Buchtipp

2. Ausgabe Slow Food Genussführer Deutschland 2015

Die zweite Ausgabe des Slow Food Genussführers Deutschland 2015 ist erschienen: Mit inzwischen 403 Gasthausempfehlungen von Nord bis Süd und Ost bis West, darunter 126 Neuentdeckungen, beweist der im Vorjahr neu gestartete Gastro-Kompass erneut seine kulinarische Kompetenz. Von Michelin oder Gault Millau hebt sich der Genussführer bewusst ab, denn er setzt Akzente in regionaltypischer Küche ausgesuchter Restaurants, Landgasthöfe und Weinstuben.

Entsprechend lauten die Kriterien für Auswahl und Bewertung der vorgestellten Betriebe: Regional geht vor international, handwerklich vor extravagant und bezahlbar vor hochpreisig. Der Genussführer setzt den Schwerpunkt auf Gasthäuser, deren Speisen lokal, gesund, fair und häufig sogar Bio sind.

Entsprechend glänzt die Neuerscheinung (wie zuvor das Erstlingswerk) statt mit Sternen oder Rankings mit liebevoll-individuellen Beschreibungen. Neben feinen Restaurants haben auch Landgasthöfe und Weinstuben Eingang gefunden, denn "das Herz der kulinarischen Identität Deutschlands liegt (...) in den regionaltypischen Gasthäusern", formuliert Slow-Food-Gründer Carlo Petrini.

Mit der zweiten Ausgabe will Slow Food den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und das Repertoire erweitern: Neben der Aufnahme über 120 neuer Lokale gibt es noch mehr Hinweise und Tipps zum kulinarischen Genuss, von der Kleinbrauerei bis zur Fischerkate um die Ecke, insgesamt über 400 Restaurant in ganz Deutschland. Damit ist der Genussführer nicht nur Ratgeber für Genießer, die gut essen wollen und kulinarische Qualität suchen, sondern zugleich Inspirationsquelle für die Branche.

„Was mir an unserem Genussführer so besonders gefällt, sind die vielen Wirtshäuser und Lokale, die auf unnachahmliche Weise und jedes Haus auf seine eigene Art das gastronomische Angebot originell und engagiert bereichern. Da gibt es Köche, die mit Wildkräutern hantieren, deren Name selbst eine Slow Food-Vorsitzende noch nie gehört hat. Da gibt es einen Wirt, der gleichzeitig Fischer ist und morgens auf nachhaltige Weise fängt, was er abends den Gästen auf den Teller legt“, sagt Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland im Geleitwort.


Neben einem Gaststätten- und Ortsregister erleichtert eine Karte das Auffinden der Häuser, zeigt aber auch, wo noch kulinarische weiße Flecken sind: Beispielsweise ist Sachsen-Anhalt mit nur einem Gasthaus vertreten oder das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit gerade einmal 16 Lokalen – ebenso viel wie in Schleswig-Holstein.

Erhältlich ist der Genussführer seit Ende September 2014 im Oekom Verlag.

Slow Food Deutschland e.V. (Hrsg.): Slow Food Genussführer Deutschland 2015. Ca. 448 Seiten, ISBN 978-3-38658-166-34. 19,95 €. Erhältlich auch als E-Book.

www.oekom.de



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