20. European Foodservice Summit Zürich

Erfolgsstrategien für die Zukunft

Mehr als 250 Teilnehmer setzten sich bei der 20. Ausgabe des European Foodservice Summit mit der Frage auseinander: Wie bereiten wir uns auf die Herausforderungen von Morgen vor?
Thomas Fedra
Mehr als 250 Teilnehmer setzten sich bei der 20. Ausgabe des European Foodservice Summit mit der Frage auseinander: Wie bereiten wir uns auf die Herausforderungen von Morgen vor?

13 Redner wagten anlässlich des 20. European Foodservice Summit (EFSS) am 24./25. September in Zürich den Blick in die Glaskugel: "The Future Awaits!" Die Referenten lieferten den mehr als 250 Teilnehmern vielschichtige Antworten auf die Frage: Wie bereiten wir uns auf die Herausforderungen von Morgen vor? Hier die Kernthemen des ersten Tages.

Mit Spannung erwartet wurde am ersten Veranstaltungstag nicht nur der Vortrag von Mario Federico, Managing Director McDonald’s Italien; mehr dazu weiter unten. Heiß begehrt war die Präsentation des Rankings der Top 99 Gastro-Gruppen in Europa von Gretel Weiß, Herausgeberin foodservice und foodservice Europe & Middle East, die zwei wichtige Schlüsselfaktoren unserer Branche in den Fokus stellte: "Erfolg in der Gastronomie hat zwei Anker. Erstens operative Exzellenz für eine konsequente Umsetzung. Zweitens das Verbrauchererlebnis." (Einen ausführlichen Bericht zu den Top 99 von Gretel Weiss lesen Sie hier.)
Erfolgsstrategien für eine Welt des wachsenden Populismus‘ zeigte David Bosshart auf, CEO des Gottlieb Duttweiler Institute. "Wir brauchen sowohl intelligentere forschungsgetriebene Technologien als auch emotional-menschliche Anlässe, um zu überleben", forderte er. "Wir befinden uns in einer polarisierenden und geteilten Gesellschaft." In Zeiten von Social Media mit "high speed und in real time" ist es den Nutzern darum wichtig, sich eine Gruppenzugehörigkeit zu sichern. Dabei werden Andersdenkende ausgegrenzt. Emotionen prallen aufeinander und es geht nicht um tatsächliches Wissen, sondern um "Social Knowledge".

McDonald's Italien in starker Verfassung

In welch‘ starker Verfassung sich McDonald’s im italienischen Markt behauptet, präsentierte Mario Federico unter der Überschrift "New Growth for the Global Brand in Mature Markets": plus 11 Prozent System Sales 2018, geschätzt. Die "Story of Renaissance" des Marktleaders führte Federico zurück auf die Modernisierung des Customer Journeys und die Schaffung eines ultimativen McD-Erlebnisses in den McDonald’s Stores. Die Initialzündung lieferte das McD-Flagship-Restaurant am Time Square in New York.

In Italien, gezeichnet durch politische und wirtschaftliche Instabilität, stehe bekanntermaßen Food absolut im Fokus. Und somit sei jede Mama und jede Großmutter mit ihren kulinarischen Fähigkeiten ein ernstzunehmender Wettbewerb. Neben weiteren rund 300.000 Plätzen, die Food anbieten.

20. European Foodservice Summit: Viel Brainfood: Impressionen vom ersten Tag



Im Rahmen der "Renaissance-Strategie" werden die Menschen – Mitarbeiter und Gäste – ganz klar in den Mittelpunkt gestellt. "Wir hören unseren Gästen zu, verstehen Ihre Wünsche, entwickeln unsere Mitarbeiter weiter, setzen auf Vereinfachung für beide Seiten und vor allem auf eine stetig verbesserte Umsetzung und Performance", diese nannte Federico neben weiteren Erfolgsparametern als wichtige Faktoren, die bis September 2019 für geschätzt 10 Prozent Umsatzwachstum und mehr als 11 Prozent Plus der Besuche sorgten. Daneben gilt McCafé als einer der Haupttreiber des Wachstums.

Visionen der Big Mamma Group

Aufsehenerregend sind sie alle. Zudem von außerordentlicher Größe und zugleich überragend erfolgreich: die zehn Restaurants der Big Mamma Group. Unter dem Motto "Big Dreams. Big Restaurants. Big Future" gewährte einer der beiden Gründer, Victor Lugger, Einblicke in die Entwicklung der Big Mamma Group, die vor gut vier Jahren in Paris startete und mittlerweile dort acht Restaurants betreibt sowie ein weiteres im ebenfalls französischen Lille und eines in London. Die Eckpfeiler der Konzeptstrategie: Hohe Qualität. Große Volumina. Vernünftige Preise. Und das Motto: "We Love our People!" 10.000 servierte Mahlzeiten pro Tag, so die Erfolgsbilanz.

2019 wagten Lugger und sein zu 50 Prozent beteiligter Geschäftspartner und Mitbegründer Tigrane Seydoux die Expansion nach Großbritannien – "trotz des drohenden Brexits und mit viel Leidenschaft", so betonte der 34-Jährige. Die größte Unit mit 4.500 Quadratmetern, La Felicità, in einem ehemaligen Pariser Bahnhof, erlöst an Top-Tagen über 100.000 Euro Umsatz mit 250 Mitarbeitern.

Ein besonderes Augenmerk liegt – neben dem Fokus auf Food und Menschen – auf dem Design. Jedes der zehn Restaurants hat darum seinen eigenen Auftritt. "Ich sehe es als meinen Job, den Gästen ein atemberaubendes Erlebnis zu bescheren", betonte Lugger. Obwohl der heutige Standort-Status-Quo und die Dimensionen der zehn Restaurants den Anschein erwecken könnten, es komme den Big Mamma-Machern in erster Linie auf Größe an, betonte Lugger, dass Wachstum und Größe nicht alles seien. "Vielmehr stellen wir uns immer aufs Neue der wichtigen Frage, wie wir noch besser werden können. Das treibt uns an, nicht stehen zu bleiben." Nächstes Jahr steht der Markteintritt in Spanien auf dem Programm.

Delivery-Markt ist in Bewegung

Um den Delivery-Markt ging es im nächsten Vortrag: Takeaway.com und Just Eat wollen zu einer der weltgrößten Lieferplattformen fusionieren, Deliveroo hat Deutschland verlassen und Uber Eats Österreich. Der Markt für Lieferessen ist heftig in Bewegung, nicht nur hierzulande. Der internationale CEO von Takeaway.com, Jitse Groen, schilderte, worauf es beim Kampf um die Herrschaft über die letzte Meile im Delivery-Geschäft ankommt. "Wir machen das, was unsere Kunden wünschen!"
6,8 Milliarden Bestellungen pro Jahr in Deutschland, 11,7 Bestellungen pro Kunde und Jahr, das ist für Jitse Groen bei weitem nicht genug. "Wir wollen 70-80 Prozent der Zielgruppe über 16 Jahre erreichen, derzeit liegen wir bei 40 Prozent." Sowohl die Bindung der bestehenden Kunden als auch die Gewinnung von Neukunden sei gleichermaßen wichtig. "Wir müssen die Ersten sein, an die der Kunde denkt, der bestellen will!"

20. European Foodservice Summit: Impressionen vom Get-together



Der zweitägige internationale Think Tank und Congress für die Foodservice-Branche und Vorstufe feiert 2019 seine 20. Ausgabe. Das Programm mit Top-Rednern wie Aaron Allen, Aaron Allen & Associates, Chicago, und Henning Beck, Neuro-Wissenschaftler und Autor, Frankfurt, wird gemeinsam vom Züricher Gottlieb Duttweiler Institute, der Boston University und der Fachzeitschrift foodservice Europe & Middle East organisiert. Der Veranstaltungsort ist auch 2019 das Lake Side im Casino Zürichhorn in Zürich.

Facts & Figures des 20. EFFS
Teilnehmer: mehr als 250, darunter viele CEO‘s
Frauenanteil: 55
Erstteilnehmer: 105
Teilnehmer aus 2018: 101
Länder: 24
Referenten: 13, dazu Chris Muller’s Final Conclusions und die Talkrunde mit 2 Educational Partnern


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