Slow Food Deutschland

25-jähriges Jubi

Auf 25 Jahre Bewusstseinsbildung für saubere und faire Lebensmittel und nachhaltiges Essen kann Slow Food Deutschland 2017 zurückblicken. Das Jubiläum wurde mit einem Festakt im Bremer Rathaus Mitte Juni gefeiert. Zudem sind in den kommenden Wochen bundesweit 25 Veranstaltungen anlässlich des Jahrestages angekündigt. „Es gibt noch viel zu tun, um die Art, wie wir Lebensmittel produzieren, zukunftsfähig zu machen“, so Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland.



In den 25 Jahren seines Bestehens
hat der Verein in Deutschland viel erreicht: Mit gut 14.000 Mitgliedern und zahlreichen Unterstützern ist Slow Food eine relevante Stimme geworden, die inzwischen auch in der Politik Gehör findet.

Sorten- und Geschmacksvielfalt statt industrieller Monotonie. Leidenschaft, traditionelles Handwerk und landwirtschaftliche Erzeugnisse statt Fließbandarbeit. Verantwortungsvolle Verbraucher mit Sinn für Genuss statt Konsumenten, die sich von Nahrungsmitteln und deren Erzeugern entfremdet haben. Dafür steht Slow Food Deutschland.

„Mit unseren Projekten und Veranstaltungen schaffen wir es, Menschen für das Thema regionale und nachhaltig produzierte Lebensmittel zu sensibilisieren“, sagt Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende in Deutschland. „Unser Ziel ist jedoch ein nachhaltiger Systemwechsel in der Lebensmittelproduktion, der aus unserer Sicht unausweichlich ist. Wertschätzung und Verantwortung, Genuss und Freude am Essen sollen wieder einen größeren Stellenwert erhalten.“


Der Verein bringt Lebensmittelerzeuger und Bürger miteinander in Kontakt. Er vermittelt Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln, schult die Sinne und will Transparenz erreichen, damit Verbraucher nachvollziehen können, woher ihre Lebensmittel stammen. „Das ist keine leichte Aufgabe, aber wir gehen ihr mit Leidenschaft nach“, sagt Ursula Hudson. „Unsere Ernährung ist eng verknüpft mit Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verlust von Biodiversität. Wollen wir diese großen Aufgaben bewältigen, muss ein gesamtgesellschaftliches Umdenken stattfinden. Wir brauchen eine Politik, die Ernährungsfragen ganzheitlich sieht. Landwirtschaft, Fischerei, Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz und Stadtentwicklung sind nicht isoliert zu betrachten – und zwar nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.“ Dafür wird sich Slow Food Deutschland auch in Zukunft einsetzen.

Der Verein möchte insbesondere regionale Strukturen stärken und wieder aufbauen: Lokale, landwirtschaftliche und handwerkliche Produktionsstätten wie Bäckereien oder Metzgereien sind in vielen Regionen der Zentralisierung zum Opfer gefallen. Getreidemühlen, Schlachthöfe, Molkereien und zum Teil auch Ölmühlen gibt es nicht mehr. Kleinteilige Netzwerke und Produktionsprozesse sowie der Erhalt traditioneller Produkte wirken sich wirtschaftlich positiv auf ländliche Räume und Gemeinschaften aus und kommen auch dem Erhalt von Biodiversität, regionaler Ökosysteme und Kulturlandschaften zugute.

Um seine Ziele zu erreichen, wird Slow Food seine Bildungsarbeit und bundesweiten Aktionen weiter vorantreiben und die Verbraucher wieder an die Prozesse der Lebensmittelerzeugung und an die globalen Ernährungszusammenhänge heranführen. Besonders angesprochen werden Kinder und Jugendliche – denn ihnen gehört die Zukunft.

Slow Food ist eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt.
Slow Food Deutschland e. V. wurde 1992 gegründet und zählt über 85 lokale Gruppen. Insgesamt ist Slow Food in über 170 Ländern mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen aktiv. Als Slow-Food-Mitglied ist man Teil einer großen, bunten, internationalen Gemeinschaft, die das Recht jedes Menschen auf gute, saubere und faire Lebensmittel vertritt.
Eine Übersicht der 25 bundesweit stattfindenden Jubiläumsveranstaltungen finden Sie unter
www.slowfood.de/25_jahre
www.slowfood.de




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