29. Forum Systemgastronomie

Dehoga: Mehrwertsteuer runter, Arbeitszeit endlich flexibilisieren

Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes, wird nicht müde, die Politik auf die Ungereimtheiten hinzuweisen, die es der Gastrobranche schwer machen.
Pietschmann
Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes, wird nicht müde, die Politik auf die Ungereimtheiten hinzuweisen, die es der Gastrobranche schwer machen.

Die Anuga in Köln hat Tradition - das dort stattfindende Forum Systemgastronomie auch. Es wurde vom Dehoga Bundesverband nun schon zum 29. Mal abgehalten.

Die Forderungen des Bundesverbandes haben in gewisser Weise auch schon Tradition: Präsident Guido Zöllick wird aber nicht müde, diese geradezu gebetsmühlenartig zu wiederholen:
1. Her mit der einheitlichen Mehrwertssteuer auf Speisen
2. Her mit flexibleren Arbeitszeiten für die Branche
Zeitgleich müsse das duale Ausbildungssystem gestärkt werden. Die Vorteile dieses Weges werden viel zu wenig betont, um den Fachkräftemangel effizient zu mildern.
„Eigentlich könnte alles wunderbar sein: Die Ausgehfreude der Menschen ist groß und Essen überall ein Thema“
Ingrid Hartges, Dehoga-Hauptgeschäftsführerin

Setzt sich unermüdlich für die Branche ein: Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.
Pietschmann
Setzt sich unermüdlich für die Branche ein: Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.
Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges zeigte sich angesichts der Sturheit der politischen Mehrheit in Berlin wie immer kampfeslustig und versprach, dass man diese relevanten Themen in Berlin weiter an den richtigen Stellen penetrieren werde.

Der Fraktions-Vize der CDU/CSU im Bundestag, Dr. Carsten Linnemann, ist einer der Politiker, den man von diesen Themen nicht überzeugen muss. Der eloquente CDU-Mann steht auf der Seite der Branche - das machte er deutlich mit seinem Auftritt beim 29. Forum Systemgastronomie. Doch leider, so Linnemann, sei er mit seiner Meinung noch in der Minderheit in Berlin.

"Es gibt für Ihre Forderung nach Reduktion der Mehrwertssteuer und flexiblen Arbeitszeiten derzeit einfach keine Mehrheit im Bundestag", bedauerte er. Allerdings hatte er einen Rat an die Branche: Er empfahl den Gastroprofis im Saal die Kommunikation zwischen Politik und Branche zu verbessern, indem man die zuständigen Bundestagsabgeordneten in deren Wahlkreise einlade und sie dort im direkten Gespräch mit Mitarbeitern über deren drückende Probleme informiere.

„Wie sollen wir in Berlin denn sonst erfahren, wo der Schuh drückt?“ Flexibilisierung sei auch im Sinne der Arbeitnehmer, sagte Linnemann - dies müsse man den Politikern klar machen, die immer noch glaubten, es gehe hier nur um eine reine Arbeitgeberidee.

Das Highlight dieses Forums auf der Anuga, die übrigens in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, kam allerdings nach den politischen Reden: zum 18. Mal wurde der Nationale Azubi-Award Systemgastronomie vergeben. Wer beim Nachwuchs in der Branche abräumte, lesen Sie hier.

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