29. Forum Systemgastronomie

Warum Gastronomen China im Blick haben sollten

Jochen Pinsker, Senior Vice President Foodservice Europe npdgroup Deutschland, stellte seine Gastronomiebilanz 2019 beim Forum Systemgastronomie im Rahmen der Anuga vor.
Dehoga / Thomas Fedra
Jochen Pinsker, Senior Vice President Foodservice Europe npdgroup Deutschland, stellte seine Gastronomiebilanz 2019 beim Forum Systemgastronomie im Rahmen der Anuga vor.

Zwar ist das derzeitige Konsumklima in Deutschland leicht schwächer als im vergangenen Jahr, dennoch setzt sich das Umsatzwachstum in der Gastronomie fort. Jochen Pinsker von der npdgroup stellte im Rahmen des 29. Forum Systemgastronomie seine Gastronomie-Bilanz 2019 vor. Darin lenkte er auch einen Blick nach China.

"Die Ausgaben der Verbraucher für gastronomische Leistungen wachsen weiter ungebrochen", so lautete der zentrale Satz des Vortrags von Jochen Pinsker, Senior Vice President Foodservice Europe npdgroup Deutschland, beim 29. Forum Systemgastronomie im Rahmen der Anuga.

Insgesamt wuchsen die Ausgaben der privaten Haushalte in der Gastronomie in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres um 2 Mrd. Euro (+3,9%) auf 54,3 Mrd. Euro (2017: 52.3 Mrd. Euro). Für das Gesamtjahr 2018 wird laut Pinsker ein Branchenumsatz von insgesamt 83 Mrd. Euro erwartet.
Die Ausgaben pro Besuch wuchsen um 3 Prozent (Durchschnittsbon 6,62 Euro) und damit stärker als die Besucherzahlen (+0,9%). Pinsker führt dies darauf zurück, dass die Gäste gute Qualität, angenehme Atmosphäre und maximale Convenience goutieren.

Trend: Solo Dining

Als einen aktuellen Trend kennzeichnete der Marktforscher Solo Dining. Rund 43 Prozent aller Bons in der Gastronomie seien Solo-Bons. "Die Full-Service-Gastronomie wird von immer mehr Menschen alleine genutzt", so Pinsker. Die Gastronomie müsse sich darauf einstellen und beispielsweise Community-Tische bereitstellen. Das Wachstum des Solo-Dinings in Deutschland begründet sich etwa durch zunehmende Single-Haushalte und flexiblere Arbeitszeiten.

In China sei dieser Trend bereits zu einem großen Problem herangewachsen: Aus kulturellen Gründen setze man sich dort nicht mit fremden Menschen zum Speisen an einen gemeinsamen Tisch. Dies habe zur Folge, dass zwar viele Tische im Restaurant besetzt seien, die Auslastung hingegen zu wünschen übrig lasse.
Über die Erhebung:
Für das Verbraucherpanel Crest befragen die Marktforscher der npdgroup jeden Tag 800 Panelteilnehmer zu ihrem Verzehr am Vortag. Die Resultate der Stichprobe werden monatlich auf die deutsche Bevölkerung repräsentativ hochgerechnet.


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