3. Heilbronn Hospitality Symposium verknüpft on- und offline

Das 3. Hospitality Symposium an der Hochschule Heilbronn Mitte Oktober stellte die Herausforderungen der Hotellerie- und Gastronomiebranche auf den Feldern online und offline in den Fokus. Diskutiert wurde darüber, wie man sich in Prozessen, im Vertrieb und der Kommunikation erfolgreich aufstellt.
 
Den Auftakt und die Begrüßung der Teilnehmer – darunter viele Studierende und Experten aus der Hotellerie – übernahm der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Jürgen Schröder, der die Chance nutzte, für den vor drei Jahren aus der Taufe gehobenen Studiengang Hotel- und Restaurantmanagement zu werben. Die Nachfrage der Bewerber hat sich in diesem Zeitraum als äußerst hoch herausgestellt. 400 Bewerber für 40 Studienplätze waren es im Jahr 2012. Grund genug, die Erweiterung zum Vollstudiengang (mit zwei Startterminen) auszubauen, so die Ansicht des Rektors. Prof. Dr. Christian Buer, Head of Tourism Management, eröffnete im Anschluss mit einem Appell: „Ihr müsst Emotionen und Faszination schaffen, dann schauen die Leute hin!“
 
Diese Botschaft bekräftigte auch der erste Referent des Tages. Ralf Pispers, Geschäftsführer der .dotkomm rich media solutions GmbH, blickte für die Zuhörer in die Zukunft des Mediums Internet. Eine Zukunft, die in Bezug auf technologische Verfügbarkeit, bereits jetzt Realität sein könnte, so der Online-Experte. Der Hospitality Branche riet er zum Emotional Boosting: „Wenn der Kunde fasziniert oder emotional berührt ist, dann übernimmt er das Marketing für den Gastgeber. Sprich: Er stellt seine Fotos und Kommentare zum Hotel oder Restaurants in Netz.“ Diese Impuls-Handlung könne das Personal durchaus triggern. „Der Kellner darf beim Servieren ruhig fragen: Wollen Sie noch ein Foto vom Teller machen?“ Für die eigene Webseite formulierte Pispers ebenfalls zahlreiche Tipps: „Bringen Sie Leben rein! Zeigen Sie Menschen! Niemals einen leeren Laden abbilden! Produkte zeigen!“
 
„Wie verkauft sich die Hospitality Branche als Dienstleister?“ lautete die Frage der ersten Podiumsdiskussion, die von Prof. Dr. Markus Zeller moderiert wurde. Die Runde der Diskutanten setzte sich zusammen aus Rolf Straubinger, Betreiber Burg Staufeneck in Salach, Bernd Neff, Vice President Brand Marketing & Communication bei Design Hotels AG, Michael Kuriat, Vorstand Marketing und PR beim Leaders Club Deutschland, Georg Ziegler, Head of B2B von Holiday Check und Ralf Pispers. Mit der Frage, wie man ein Produkt verkauft, bei dem Ressourcen größer sind als die Nachfrage, leitete Zeller die Diskussion ein. „Etwas muss man anders machen als die Wettbewerber“, so der ebenso einfache wie einleuchtende Ratschlag von Neff. Bei Design Hotels habe man beispielsweise angefangen, die Macher der jeweiligen Häuser in den Vordergrund zu stellen – der Mensch sei nämlich wesentlich weniger austauschbar als die Einrichtung. „Je individueller das Erlebnis, umso wahrscheinlicher ein Comment“, bemerkte Ziegler zum Zusammenspiel von Netzwelt und realer Welt. „Kunden erwähnen das, was nicht Standard ist.“
 
Auf die Diskussion folgte ein Vortrag von HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge. Mit Blick auf die End-Kunden beschäftigte sich Ragge mit den Fragen: Wie schafft man es erstens, eine Präferenz herzustellen und zweitens aus der Präferenz Loyalität zu generieren? Das Thema Vertrieb in der Hotellerie vertiefte auch die anschließende Diskussionsrunde mit Dr. Peter Agel von Micros-Ficelio, Stefan Bezold von SoftBrands Deutschland und Tobias Ragge. Nach den Profis kamen schließlich zwei Studierende zu Wort. Franziska Salzmann und Vitali Ganski von der Hochschule Heilbronn stellten die Ergebnisse ihrer Projekt- und Bachelorarbeiten vor. Franziska Salzmann analysierte im Rahmen einer progros-Trendstudie den ‚Einkauf in der Hotellerie’ – mit dem eindeutigen Ergebnis, dass es an vielen Stellen noch an Systematisierung mangelt. Ganski hingegen knöpfte sich das Einkaufsverhalten der Foodservice-Branche vor. Seine Erkenntnisse: 1. Erst ab einer gewissen Unternehmensgröße findet der Bestellvorgang elektronisch statt. 2. Warenkörbe werden schlanker. 3. Lebensmittel ohne Deklarationspflicht gewinnen an Bedeutung.
 
Über den Einkauf als Erfolgsfaktor und Möglichkeiten der Optimierungen diskutierte dann im Anschluss eine Experten-Runde bestehend aus Mustafa Aslandag von der MrChicken Group, Stefan Höllen von Vapiano, Stephan Kern von Cisbox und Jochen Oehler von Progros. Einig war man sich schnell darin, dass die Gastronomie im Einkauf noch Riesenpotenziale ausschöpfen kann. Die Planungssicherheit sah Höllen dabei in Zeiten großer Preisschwankungen als eine der höchsten Prioritäten. Kern hingegen mahnte, dass der Einkauf als Wirtschaftsfaktor von den Gastronomen noch nicht ausreichend beachtet würde. „Der Aufwand für das ‚Füllen des Kühlschranks’ wird oft gar nicht gemessen.“ Oehler ging schließlich gar soweit und resümierte: „Der Einkauf ist die Lösung des Ganzen!“
 
Bevor sich die Veranstaltung in ein geselliges Networking zur Dinkelacker After Work Hour auflöste, wies Professor Buer noch auf das Symposium des kommenden Jahres hin. Am 17. Oktober 2013 soll es um das Thema ‚Mitarbeiter’ gehen. Der Titel der Veranstaltung: Gesucht – Mitarbeiter für die Hospitality Branche!
 
http://www.heilbronn-hospitality-symposium.de

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