4. Gastroimmobilien Kongress

Fläche und Lage zählen

Kent Hahne, CEO von Apeiron, stellt in den vergangenen Jahren ein sehr großes Interesse der Vermieter an Gastronomie Konzepten fest.
Boris Tomic
Kent Hahne, CEO von Apeiron, stellt in den vergangenen Jahren ein sehr großes Interesse der Vermieter an Gastronomie Konzepten fest.

Beim 4. Internationalen Gastroimmobilien Kongress in Berlin wurde einmal mehr die Notwendigkeit der engeren Zusammenarbeit zwischen der Immobilienbranche und der Gastronomie beschworen. Top-Redner aus der Markengastronomie ließen Fakten sprechen im modernen Bikini Komplex gegenüber der Gedächtniskirche.

Die Markengastronomie wird ein immer größerer Wirtschaftsfaktor in Deutschland – seit Jahren weisen die Umsätze der von dem Fachmagazin foodservice herausgebrachten Top 100 der deutschen Gastroplayer  in nur eine Richtung – nämlich nach oben. Der Umsatz wächst jährlich um rund 4 bis 5 Prozent. Die Markengastronomie wird somit immer interessanter für die Immobilienvermieter.

Anziehungspunkt für Innenstädte

Markengastronomie ist mittlerweile der Anziehungspunkt eines jedes Einkaufszentrums. Über die vergangenen Jahre hat sich die Einstellung der Vermieter entsprechend grundlegend geändert. Hatte man früher nur ungern an Gastroplayer vermietet, so sucht man heute von Vermieterseite nach innovativen Gastrokonzepten.

Kent Hahne, CEO von Apeiron (The Ash, L’Osteria) geht in seinem Vortrag noch weiter – immer mehr Einzelhandelsflächen werden auch in Innenstädten der Gastronomie angeboten. "Wir sind mittlerweile auch der Anziehungspunkt für komplette Innenstädte", sagt er. Einher geht damit, dass er zunehmend auch größere Flächen angeboten bekommt. Gerade verhandelt Hahne über Folgeflächen der in Schwierigkeiten geratenen Habitat-Kette in Düsseldorf und einer riesigen, fast 1.800 Quadratmeter großen Fläche in Stuttgart, wo sich vorher Esprit über drei Etagen ausgebreitet hat.

Hahne, der zurzeit acht "The Ash" Steakhäuser betreibt und rund 1.300 Menschen beschäftigt, bemerkt bei allen Vermietern "ein großes Interesse" und spürt die positive Entwicklung in der Immobilienbranche.
Seine nächste Herausforderung: 1.100 Quadratmeter in Frankfurt – auf dieses neue "Ash" konzentriert er sich für dieses Jahr. Mehr will Hahne auch nicht eröffnen in 2019. Allerdings plant er dann ab dem kommenden Jahr Eröffnungen in der Anzahl von 4 bis 5 The Ash pro  Jahr, auch im benachbarten Ausland. "Alles werden wir in Eigenregie machen. Meine Familie ist involviert, meine Kinder sind mit an Bord", sagt Hahne und schließt an: "Ein Konzept wie dieses kann nach unserer Ansicht nicht als Franchise funktionieren.

Subway mit Redesign

Der Geschäftsführer von Subway Berlin, Thorsten Hüttemann, erklärte dann die Notwendigkeit einer Brand Transformation einer Marke. Das neue Subway-Logo zum Beispiel wurde auch deshalb eingeführt, damit es auf Mobiltelefonen sichtbar ist. "Digitalisierung ist für uns das große Thema, digitale Menüboards sind mittlerweile Standard." Von den 700 bestehenden Standorten in Deutschland sind bis heute 70 im neuen Design "Fresh Forward" eröffnet.

1000 Domino’s für Deutschland

Glaubt man dem CEO von Domino’s Pizza Deutschland, Stoffel Thijs, so ist alles möglich im Bereich Pizza – zumindest für Domino’s in Deutschland. Das Ziel sind 1.000 Restaurants hierzulande. Thijs versteift sich hierbei nicht auf ein genaues Datum, wann es so weit sein wird. Allerdings ist er davon überzeugt, diese Anzahl zeitnah zu etablieren. Zurzeit gibt es 322 Units, die meisten davon sind Umwandlungen der in den vergangenen Jahren gekauften Marken Joey’s Pizza und Hello Pizza. "Aber ab jetzt wird organisch gewachsen, sagt Thijs. Ihn interessieren Standorte, an denen in maximal 30 Minuten Lieferzeit mindestens 20.000 Menschen erreichen kann. Und am liebsten möchte er Locations mit Gasanschlüssen – das senkt die Kosten und kommt der Qualität des Produktes zugute. Und sein Traum? "Lieferzeit von 10 Minuten!"
Stoffel Thijs, CEO von Domino’s Deutschland, möchte in den kommenden Jahren insgesamt 1000 Units in Deutschland eröffnen.
Boris Tomic
Stoffel Thijs, CEO von Domino’s Deutschland, möchte in den kommenden Jahren insgesamt 1000 Units in Deutschland eröffnen.

Nicht mehr, sondern bessere Burger

Für Furore sorgte eine steile These von Trendsetter Pierre Nierhaus: Der Better-Burger-Trend sei am Ausklingen, der Markt damit übersättigt. Dem widersprach Burgerista-Geschäftsführer Michael Thilo Werner: "Der Hype hat sich sicher abgeschwächt, aber der Trend ist da und setzt sich im Alltag voll und ganz durch. Er sei mittlerweile in den breiten Schichten der Bevölkerung angekommen", erläutert Werner. Seine Prognose: Der Better-Burger-Markt wird sich in absehbarer Zeit konsolidieren.

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