5 Fragen zum Hochfahren

Block Gruppe: Einmal-Tischsets und kontaktloses Bezahlen

Stephan von Bülow, Vorsitzender der Geschäftsführung, Block Gruppe.
Block Gruppe
Stephan von Bülow, Vorsitzender der Geschäftsführung, Block Gruppe.

Das Hochfahren der Gastronomie ist nun Ländersache – wir haben in einer kleinen Serie Macher zu ihrer Meinung zu dem politischen Beschluss gefragt: Wir starten mit Stephan von Bülow, CEO der Block Gruppe.

Die Politik hat jetzt einen Stufen-Plan zu Wiedereröffnung verabschiedet, der nicht das gesamte Bundesgebiet auf einen Schlag einbezieht – ist das aus Ihrer Sicht sinnvoll?
Stephan von Bülow: Aufgrund der dezentralen Strukturen ist Deutschland in der vorteilhaften Position, das öffentliche Leben und die Wirtschaft je nach Betroffenheit regional unterschiedlich wieder hochzufahren, so ist z.B. Rostock ja aktuell ohne Corona-Infizierte oder Neuerkrankungen. In München ist das etwas anders. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Betriebstypen erfordern übrigens ebenfalls eine differenzierte Regelung für eine sukzessive Wiedereröffnung.

Die Hotel- und Gastronomiebranche wird zeitnah schrittweise wieder öffnen können. Wie kann das aus Ihrer Sicht konkret gelingen?

Es bedarf konkreter Hygienemaßnahmen, um die Sicherheit der Mitarbeiter/innen sowie der Gäste zu gewährleisten. Der Gast muss seinen gewohnten Restaurantbesuch mit einem sicheren und guten Gefühl genießen können. Wir planen in unseren Restaurants einen Abstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen, Platzierung von nur zwei Gästen an einem Tisch – mit Ausnahme von Familien –, eine auf Einweg-Tischsets gedruckte Speisekarte, kontaktloses Bezahlen, Masken für die Mitarbeiter, erhöhte Reinigungsintervalle und gegebenenfalls bauliche Veränderungen.

Wie kann man die Professionalität der Branche jetzt für alle – und vor allem für die Politik – transparent machen und einen Re-Start technisch zentral organisieren?

Die gesamte Gastronomiebranche hat den staatlichen Behörden mehrfach und sehr deutlich ihre konstruktive Unterstützung bei der Umsetzung eines geordneten Wiederhochfahrens zugesagt. Dafür bedarf es eines einheitlichen Hygienekonzeptes. Wir haben jetzt ein Datum, um die Wiedereröffnung der Gastronomie zu machen und auch die Lieferketten für die Betriebe wieder herzustellen und zu sichern.

Aus der Branche gibt es verschiedene detaillierte Vorschläge inklusive App-Lösung, um die notwendigen Sicherheitsstandards in den Restaurants zu überprüfen – ist das eine gute Sache?

Eine App schafft ein neues Maß an Freiheit – wenn der Gesetzgeber den Rahmen richtig gestaltet. Der Vorschlag ist ein positives Signal und sollte auch als solches mit in die Entscheidung der Politik einfließen. Generell sind die Hygieneregeln und Sicherheitsstandards in der Gastronomie gelernt und standardisiert.

Gretchenfrage: Wie gewinnt man als Branche schnell das Vertrauen der Gäste zurück?
 
Vorweg: Die Gastronomie hat das Vertrauen der Gäste nie verloren! Vielmehr geht es jetzt darum, Sicherheit zu geben. Der Gast soll seinen Restaurantbesuch mit einem sicheren und guten Gefühl genießen können. Dafür ist es grundlegend, dass die Mitarbeiter für die neuen Erfordernisse geschult und mit den neuen Hygienevorschriften vertraut sind. Es muss eine offene Kommunikation mit dem Gast erfolgen.
Über die Block Gruppe
Die Block House Restaurantbetriebe AG betreibt 52 Steakrestaurants, davon 42 in Deutschland und 10 Franchiseunternehmen im europäischen Ausland. In Deutschland lag der Gastro-Umsatz der Gruppe im Jahr 2019 bei 177,1 Mio. Euro (Quelle: foodservice Top 100).


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