5 Jahre Ackerdemia

Gesundackern und -essen für Kinder

Wer von klein auf weiß, wie Gemüse angebaut wird, lernt Lebensmittel wertzuschätzen, so der Denkansatz der Gemüse Ackerdemie.
Katharina Kühnel/Ackerdemia e.V.
Wer von klein auf weiß, wie Gemüse angebaut wird, lernt Lebensmittel wertzuschätzen, so der Denkansatz der Gemüse Ackerdemie.

Fast 500 Lernorte für 20.000 Kinder. Seit 5 Jahren vermittelt der Verein Ackerdemia über die Gemüse Ackerdemie Schülern und Kitakindern über das Gärtnern den Wert unserer Lebensmittel. Seit der Gründung ist die Zahl der Mitarbeiter sowie der Schulen und Kitas stetig gestiegen.

Im Laufe der Jahre habe man nicht nur jeder Menge Gemüse, sondern auch vielen Kindern beim Wachsen zugesehen, freuen sich die Initiatoren des Vereins zu ihrem Jubiläum. Auf 35.600 Quadratmetern Ackerfläche werden bis zu 30 verschiedene Gemüsearten angebaut, Äcker gemulcht und Pflanzen gesät, die über den heißen Sommer gepflegt werden. Der Erfolg: Die Schüler am Gymnasium am Kattenberge in Buchholz in der Nordheide ernteten zum Beispiel 1.600 Kilo Kartoffeln.

Umweltschutz und Gesundheit im Blick

"Mein Ziel war, etwas zu entwickeln, was wirklich alle Kinder nachhaltig erreichen kann. Die Vision war schon immer, das Verhalten der Kinder zu verändern", beschreibt Ackerdemia-Gründer Christoph Schmitz seinen Ansatz. Heute trägt der Verein fünf pädagogische Konzepte: Ackerschule, Ackerkita, Gemüseklasse, Ackerfamilie und die Gemüseackerdemie Plus für Schulen und Kitas mit besonderem Förderbedarf. Neben den Gründern Christoph Schmitz und Julia Krebs gehört auch Dr. Julian Siegmann als IT-Experte zu Vorstand und Geschäftsführung. An die 60 Mitarbeiter sorgen dafür, dass alle Programme und Projekte dezentral organisiert gut laufen.

Der Verein hat für Kitas und Schulen ganze komplette pädagogischer Konzepte für ein ganzes Schuljahr erarbeitet. Dazu gehören das Anlegen der Ackerflächen oder Beete vor Ort, Lernmatierialien, Theorie- und Praxislerneinheiten sowie das Vermarkten beziehungsweise Verarbeiten der Ernte. Der Acker wird als pädagogischer Lernort genutzt, auf dem sich Kinder und Jugendliche im Schnitt 80 bis 100 Stunden befinden. Dabei sollen sie nicht nur Gemüse kennenlernen, sondern auch beispielsweise einen Regenwurm in die Hand nehmen und erfahren, warum er für den Anbau wichtig ist.

Breite Wirkung

Der Verein wünscht sich, dass künftige Generationen wieder besser wissen, woher ihr Essen kommt. Sie sollen die Kompetenz erhalten, sich gesund zu ernähren.
Katharina Kühnel/Ackerdemia e.V.
Der Verein wünscht sich, dass künftige Generationen wieder besser wissen, woher ihr Essen kommt. Sie sollen die Kompetenz erhalten, sich gesund zu ernähren.
Außer in Deutschland finden mittlerweile Gemüse-Ackerdemie-Kurse auch an Schulen in der Schweiz (12) und Österreich (1) statt. Jährlich legt der Verein ein wissenschaftlich basierte Wirkungsanalyse vor. Mehrfach wurden die Konzepte des Vereins ausgezeichnet so zum Beispiel mit dem "Zu gut für die Tonne"-Preis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dem KfW Award 2018 Gründen oder Inform, Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung 2015.

"Langfristig möchten wir das Programm so optimieren, dass wir die GemüseAckerdemie an jeder interessierten Bildungseinrichtung im deutschsprachigen Raum anbieten und so möglichst viele Kinder und Jugendliche unterschiedlicher sozialer Herkunft erreichen können. Unser Ziel ist es, eine Generation junger Konsumenten auszubilden, die sich durch ein grundlegendes Verständnis der Lebensmittelproduktion und ein reflektiertes und nachhaltiges Konsumverhalten auszeichnet", formuliert Schmitz das Anliegen des Vereins.



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