Burger King GmbH

Alexander Kolobov zieht Insolvenzantrag zurück

Überraschende Wendung im Fall Burger King/Yi-Ko: Alexander Kolobov, nach der Rauswurf von Ergün Yildiz alleiniger Chef des größten deutschen Franchisenehmers der Marke, hat den Insolvenzantrag für die Betreibergesellschaft Burger King GmbH beim Amtsgericht Stade zurück gezogen. Außerdem wurden 15 Mio. € für den Ausgleich der finanziellen Forderungen der Gläubiger bereit gestellt. Das Insolvenzverfahren ist damit vorerst beendet.

Noch vor wenigen Tagen hieß es, der vorläufiger Insolvenzverwalter Marc Odebrecht suche nach einem neuen Investor, der alle 89 betroffenen Restaurants der Burger King GmbH übernehmen wolle. Franchisegeber Burger King hatte den beiden Lizenznehmern Kolobov und Yildiz, die mit ihrer Yi-Ko-Holding im Mai 2013 alle restlichen Eigenregie-Restaurants in Deutschland von der Muttergesellschaft übernommen hatten, die weitere Nutzung der Marke untersagt. Hintergrund waren Medienberichte über Missstände bei der Hygiene und im Umgang mit Mitarbeitern in den Yi-Ko-Restaurants.

Die daraus resultierende Schließung der Standorte hatte kurzfristig zur Insolvenz der Betreibergesellschaft geführt - auch weil Kolobov sich nach dem Ausscheiden des für den operativen Betrieb der Restaurants verantwortlichen Partners Ergün Yildiz nicht mit dem Franchisegeber über eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte.

Nun hat Kolobov die Sanierungsexperten von der Fritz Nols AG angeheuert. Gemeinsam soll ein Restrukturierungskonzept erarbeitet werden, das den weiteren Betrieb der Restaurants ermöglicht - spekuliert wird aber auch, Kolobov wolle die Restaurants selbst mit Profit verkaufen. Zunächst einmal hat er eigenen Angaben zu Folge 15 Mio. € für die Bezahlung der offenen Rechnungen bereit gestellt.

Auch die Burger King Muttergesellschaft zeigt sich von der Entwicklung überrascht: "Wir waren in die Überlegungen, die zur Rücknahme des Insolvenzantrags führten, nicht eingebunden. Unser Ziel ist es weiterhin, die Restaurants in eine neue Eigentümer- und Managementstruktur zu überführen und die Einhaltung unserer hohen Burger King-Standards sicherzustellen", heißt es in einer Stellungnahme.

Oberste Priorität sei es, sicherzustellen, dass diese Restaurants weiterhin als Burger King-Restaurants geführt werden können und eine Schließung zu vermeiden. Jedoch ist die Verhandlungsposition von Kolobov, der auch in Russland rund 250 Burger King-Restaurants betreibt, keine schlechte: "Wir sind zuversichtlich, eine vernünftige Einigung erzielen zu können", teilt der beautragte Sanierungsexperte Ingo Voigt von Fritz Nols mit. "Wir gehen davon aus, dass keiner ein Interesse daran hat, 3.000 Arbeitsplätze zu riskieren."

www.burgerking.de

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