Blitzumfrage

Allergenkennzeichnung wird kaum wahrgenommen

Nach einem Jahr Kennzeichnungspflicht für Allergene auch für unverpackte Lebensmittel hat die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) eine Umfrage bei Frühstücksgästen eines Berliner Hotels gestartet. Ergebnis der nicht repräsentativen Befragung: Lediglich 20 Prozent registrieren die in der Speisekarte oder am Buffet ausgewiesen Allergene.

Trotzdem halten 86 Prozent die Allergenkennzeichnung für sinnvoll, obwohl 79 Prozent der Befragten keine Allergiker sind. „Die Kennzeichnung scheint nicht auszureichen, um von den Gästen wahrgenommen zu werden“, sagt ECARF-Leiter Dr.Torsten Zuberbier. Bei der Umsetzung der Verordnung könne noch nachgebessert werden. Dennoch sei die Allergenkennzeichnung nicht verpackter Ware ein Schritt in die richtige Richtung und helfe Allergikern im Alltag.

Die Allergenkennzeichnungspflicht ist am 13. Dezember 2014 EU-weit in Kraft getreten. Betroffen sind zum Beispiel Restaurants, Kantinen, Bäckereien, Metzgereien und andere Betriebe mit Bedientheke.

Die Information zu enthaltenen Allergenen kann schriftlich, mündlich oder elektronisch erfolgen. Bei mündlicher Auskunft durch das Personal muss dem Gast auf Nachfrage zusätzlich eine schriftliche Dokumentation vorgelegt werden. Die 14 auszuweisenden Allergene sind für 90 Prozent aller Lebensmittelunverträglichkeiten verantwortlich.

ECARF setzt sich seit mehr als 10 Jahren für die Aufklärung über Allergien und für mehr medizinische Forschung ein. Sie hat ihren Sitz an der Charité-Universitätsmedizin Berlin und ist die einzige international aktive Stiftung im Bereich Allergien.

www.ecarf.org



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