Mindestlohn

Anstieg auf 8,84 € beschlossen

Der Mindestlohn in Deutschland erhöht sich ab 1. Januar 2017 von 8,50 € auf 8,84 €. Die Bundesregierung hat in dieser Woche offiziell die Rechtsverordnung beschlossen, welche die von der zuständigen Expertenkommission empfohlene Erhöhung umsetzt.
 
Die Kommission war bei ihrer Entscheidung im Sommer laut ihrer Geschäftsordnung angehalten, sich am Tarifindex der bis Ende Juni abgeschlossenen und ausgezahlten Tarifverträge zu orientieren, meldet der Dehoga Bundesverband weiter.
 
Allerdings berücksichtigte sie bei ihrer Entscheidung als Zugeständnis an die Arbeitnehmerseite zusätzlich auch den Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienst, der im Juli erstmals ausgezahlt wurde – dadurch kamen statt 8,77 € die nun beschlossenen 8,84 € zustande.
 
Die Erhöhung wird eine neuerliche Herausforderung für Teile der Branche, ist der Dehoga überzeugt. Schon jetzt habe der Mindestlohn in einem großen Ausmaß Kosten und Bürokratie in die Höhe getrieben und Erträge gemindert, wie Umfragen bestätigen. Aktuell zehn Dehoga-Tarifverträge sehen untere Tariflöhne unterhalb von 8,84 € vor, fünf davon haben Gültigkeit über den 1. Januar 2017 hinaus und werden durch die Mindestlohnerhöhung insoweit unwirksam. Der Dehoga fordert ein, dass sich die nächste Anpassung in zwei Jahren eins zu eins am verabredeten Tarifindex orientiert.
 
www.dehoga-bundesverband.de
 
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