BSE-Reaktionen

Auf breiter Front haben die Verantwortlichen in den bundesdeutschen GV-Betrieben Rindfleisch von ihren Speiseplänen verbannt. Utz Modrow, Vizepräsident des Deutschen Instituts für Gemeinschaftsverpflegung e.V. und Geschäftsführer der ABB-Wirtschaftsbetriebe GmbH in Mannheim: "Wir haben in den letzten zehn Jahren kein Rindfleisch aus unbekannter Herkunft verarbeitet, doch wir werden die Sicherheit über alles stellen und nur noch Rindfleisch verwenden, das per Schnelltest als unbedenklich ausgezeichnet wurde. Zusätzlich wollen wir unsere Gäste befragen, ob sie unseren Maßnahmen vertrauen schenken." In den städtischen Kindertagesstätten in Frankfurt am Main kommt vorerst kein Rind- oder Kalbfleisch auf den Tisch. Das hat die Schuldezernentin als Konsequenz aus der BSE-Krise mit den städtischen Küchenbetrieben (10.000 Essen pro Tag) angeordnet. Auch im Frankfurter Studentenwerk wurde das Rindfleisch vom Speiseplan gestrichen. Auch Produkte, in denen Rindfleisch enthalten sei, wolle das Studentenwerk zunächst nicht anbieten. Caterer Aramark mit Hauptsitz in Neu-Isenburg hat bereits am Wochenende die Anweisung an sämtliche Betriebsleiter herausgegeben, sämtliche Rindfleischprodukte aus dem Verkehr zu ziehen. "In allen Aramark-Betrieben wurden die Speisepläne umgestellt zugunsten Vegetarischem, Pasta & Co., noch vorhandenes Fleisch musste mit Sperrvermerk eingefroren werden, da wir es an die Lieferanten zurückgeben", erklärte Susanne Scherf, Marketing- und Public Relations-Leiterin des Unternehmens, das nach eigenen Angaben täglich etwa 160.000 Mahlzeiten produziert. Entsprechend handeln auch alle Töchter der Compass Group Deutschland GmbH - Eurest, CCS und SSP -. Mit sofortiger Wirkung haben sie beschlossen, Rind-, Kalb- und Lammfleisch aus dem Speiseplan ihrer 900 Betriebe zu streichen. Pressesprecherin Katrin Fougeray betont: "So lange keine absolute Sicherheit besteht, werden wir an dieser Vorgehensweise festhalten." Wünscht der Kunde jedoch explizit den Verkauf von Rind, Kalb und Lamm, werde man dies berücksichtigen. Allerdings kommt dann nur Fleisch aus BSE-freien Ländern wie Südafrika und Südamerika zum Einsatz. Auch die Victor's Health Care Services AG, die sich um die kulinarische Versorgung im Seniorensegment kümmert, hat den Speisplan ihres Verpflegungskonzeptes ‚Optimeal' auf die jüngsten Entwicklungen hin umgearbeitet. "Wir haben Rindfleisch so lange generell aus dem Kostkatalog aller betreuten Häuser gestrichen, bis entweder die erforderlichen Schnelltests für BSE verfügbar sind oder die Unbedenklichkeit von (deutschem) Rindfleisch auf anderem Wege wieder garantiert werden kann", heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.



stats