Bahn will Speisewagen nun doch nicht abkoppeln

Die Deutsche Bahn wird ihre Speisewagen nun doch nicht aus dem Verkehr ziehen. Die schrittweise Abschaffung der Bord-Restaurants, mit der der bundeseigene Verkehrskonzern im vergangenen Jahr begonnen hatte, wurde gestoppt. "Wir haben die emotionale Bedeutung der Speisewagen für unsere Kunden unterschätzt", sagte der neue Personenverkehrs-Vorstand Karl-Friedrich Rausch in Berlin.

Derzeit hat die Bahn 170 Speisewagen in Betrieb. Die Abschaffung war im Mai 2002 damit begründet worden, dass nur 5 % der Fahrgäste den Speisewagen nutzen und nur 1 % ein Hauptgericht essen. Die jährlichen Verluste der Gastronomie-Tochter wurden von der Bahn auf 30 Mio. Euro beziffert. Auf der Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Köln begann die Bahn bereits damit, auch ICE-Züge ohne Bordrestaurants fahren zu lassen. Ende 2005 sollte es dann auf dem gesamten Streckennetz nur noch so genannte Bord-Bistros und Service am Platz geben.

Rausch erklärte nun, dass es bei den Speisewagen nicht allein um die Wirtschaftlichkeit gehen dürfte. Die Bahn müsse aber versuchen, mehr der Speisewagen attraktiver zu machen. Der Fahrgastverband Pro Bahn sowie die Gewerkschaft Transnet begrüßten die Entscheidung. "Dies ist ein Schritt zu mehr Kundenfreundlichkeit und Service", sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Damit wich der neue Personenverkehrs-Vorstand Rausch bereits in einen zweiten wichtigen Punkt vom Konzept der Vorgänger ab. Nach massiven Protesten hatte die Bahn schon Anfang August ihr neues Preissystem grundlegend überarbeitet und die alte Bahncard mit 50 % Rabatt wieder eingeführt.



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