Bali auch nach Terroranschlägen weiterhin gebucht

Nach einer anfänglichen Annullierungswelle beruhigte sich Balis Buchungslage nach den jüngsten Terrorakten sehr rasch, allerdings befürchten viele Hoteliers den Einbruch ihres Nebensaisongeschäfts. "Heutzutage sind sich die Touristen sehr wohl über die Risiken des Reisens bewusst", analysiert Peter Semone, Vizepräsident Entwicklung der Pacific Asia Travel Association, "so dass sich Bali von diesem neuerlichen Tiefschlag verhältnismäßig rasch wieder erholen sollte." Seine Meinung teilen auch die führenden regionalen Reiseveranstalter wie der TUI und Kuoni Generalagent Asian Trails in Bangkok oder Diethelm Travel Thailand. Schließlich häuften sich die Annullierungen von Balis größten Märkten Japan und Australien nur in den ersten drei Tagen nach den Bombenanschlägen am 1. Oktober, während sich der fünftgrößte Markt Deutschland wie auch viele andere Europäer kaum einschüchtern ließ. Überdies wurden bislang keine Linienflüge gestrichen, da die Nachfrage nur leicht einbrach. Nach Äußerungen der Bali Hotel Association reisten nur sehr wenige Gäste Hals über Kopf ab, obwohl Quantas Evakuierungsflüge anbot. Fazit: Von einem Massenexodus wie vor drei Jahren bei den ersten Terroranschlägen auf der indonesischen Badeinsel ist heute keine Spur. Allerdings kritisieren Urlauber wie Einheimische vielfach die Sicherheitsmaßnahmen der indonesischen Polizei als "ungenügend". Indonesiens Nachbarn, vor allem die Philippinen und Thailand, strafften die Sicherheitsvorkehrung in ihren Tourismuszentren merklich, da beide Länder schon seit einiger Zeit Probleme mit eigenen Muslimextremisten haben. "Bei ausländischen Besuchern wird Bali auch weiterhin Indonesiens Top-Destination sein", versichert Indonesiens Tourismusminister Jero Wacik. Schließlich ist die Badeinsel von größter wirtschaftlicher Bedeutung für Indonesien, die letztes Jahr schon knapp die Hälfte der nationalen Tourismuseinnahmen von rund 5 Mrd. Euro erwirtschaftete. Die jüngsten Terrorakte trafen Balis Hotel- und Tourismusindustrie ausgerechnet mitten im Aufschwung, der sich nun zweifellos verflachen wird. Weniger die Reisegruppen als die Veranstalter von Incentive Reisen und Kongressen erwägen nun aus versicherungstechnischen Gründen in weniger vom Terrorismus gefährdete regionale Destinationen wie beispielsweise Südthailands Badeparadies Phuket umzubuchen. Damit droht Balis Hotellerie der Einbruch ihres lukrativen Nebensaisongeschäfts, da die nächste Hochsaison erst wieder im Juli beginnen wird. Zudem überschattet ihre Belegung der kürzliche Ausbruch der Hühnergrippe auf der Nachbarinsel Java, die seither schon sieben Todesoper forderte. Kurzfristig werden die Zimmerpreise wohl in den nächsten Monaten etwas nachgeben, doch für die kommende Hochsaison rechnet Balis Hotellerie mit einem erneut starken Besucherwachstum.



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