Barceló definiert Wachstumsstrategie neu

Der Hotelkonzern Barceló, Palma de Mallorca, will verstärkt im Stadthotelsegment wachsen. Eine der Prioritäten der Gruppe, die derzeit noch 60 Prozent im Ferienhotelsegment umsetzt, besteht in der Entwicklung von städtischen Betrieben, die keine enormen Investitionen erfordern. So wollen die Ferienhotelspezialisten zunächst auch über Managementverträge in gemieteten Häusern expandieren. Das Stadtsegment soll mittelfristig 50 Prozent des Umsatzes holen. Ausgangspunkt für die neue Wachstumsstrategie ist Osteuropa. Im kommenden Februar eröffnet die Gruppe in Bulgarien das Barceló Festa Sofia, ein Fünf-Sterne-Hotel mit 121 Zimmern. Dem folgt Ende 2005 in Polen das Barceló City Hotel Warschau mit vier Sternen und 460 Zimmern. Auch in Deutschland wird der spanische Konzern bald vertreten sein. In Bork am See bei Berlin soll 2006 ein Vier-Sterne-Multimedia-Hotel an den Start gehen. Der 734-Zimmer-Betrieb mit einer Gesamtfläche von 750.000 Quadratmetern wird unter anderem ein Auditorium mit einer Kapazität für 1.300 Personen beherbergen. Aktuell ist Barceló auf dem europäischen Kontinent (außer Spanien) mit jeweils einem Hotel in Prag und Istanbul, sowie zwei Häusern in Bodrum, Südtürkei, vertreten. Ein weiteres Augenmerk haben die Spanier auf die USA gelegt. Im vergangenen Oktober hatte Barceló ein öffentliches Übernahmeangebot der amerikanischen Hotelmanagement- und Immobiliengesellschaft John Q. Hammons Hotels abgegeben, die insgesamt 60 Hotels der Marken Embassy Suites, Holiday Inn und Marriott betreibt. Nachdem JQH das erste Kaufpreisangebot über 51 Mio. Euro als inakzeptabel ablehnte, hat Barceló nun weitere Mittel flüssig gemacht und sich von 5 Prozent seiner Beteiligung am britischen Reiseveranstalter First Choice getrennt. Mit einem Anteil von immer noch 16,2 Prozent bleibt das spanische Hotelunternehmen jedoch weiterhin größter Aktionär von First Choice.


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