Coffee2go

Befüllen mitgebrachter Mehrwegbecher unkritisch

Die Zahl der weggeworfenen Coffee2go-Becher steigt und steigt mit dem anhaltenden Boom des Mitnahmegeschäfts ins Unermessliche. Pro Jahr werden in Deutschland nach DUH-Angaben rd. 3 Mrd. Einwegbecher verbraucht, unter Umweltaspekten keine Kleinigkeit. Das sehen auch manche Verbraucher so und bringen lieber ihre eigenen Becher zum Befüllen mit. Eine rechtlich zulässige Praxis?
 
Eine Befragung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Zeitraum Oktober/November 2015 bei 38 für die Kontrolle der Lebensmittelsicherheit zuständigen Ämtern und behördlichen Stellen gibt Aufschluss. Demnach ist die Befüllung privat mitgebrachter Mehrwegbecher im Einzelhandel und bei Gastronomen rechtlich nicht verboten und oft schon gelebte Praxis. Die Rückmeldungen von zum Teil bundesweit oder sogar international tätigen Kaffeehausketten, Bäckereien, (Steh-)Cafés und Dienstleistern im Bereich Betriebsgastronomie bestätigen dieses Ergebnis.
 
Beim Ausschank von Heißgetränken wird von den Hygieneämtern auf zwei Richtlinien verwiesen:
– EG-Verordnung 852/2004 (EG 852/2004) über Lebensmittelhygiene
– Deutsche Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)
 
Beide Verordnungen enthalten keine spezifischen Regeln für die Befüllung privat mitgebrachter Mehrwegbecher mit Heißgetränken in Einzelhandel und Gastronomie. Es gibt also kein ausdrückliches rechtliches Verbot. Stark betont wird die Eigenverantwortung des Lebensmittelunternehmers. Er soll sich dabei an den HACCP-Grundsätzen (Hazard Analysis and Critical Control Points) orientieren.
 
Um hier auf der sicheren Seite zu sein, hat die DUH einen Leitfaden für Coffee2go-Anbieter zur hygienisch einwandfreien Befüllung privat mitgebrachter Mehrwegbecher in Einzelhandel und Gastronomie erarbeitet, zu finden auf der DUH-Website.

www.duh.de


www.becherheld.de

 
 


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