Berliner Schulcaterer verzichten auf Ausschreibungsteilnahme

Das auslaufende Bieterverfahren für das Schulessen in einigen Berliner Bezirken wird durch den Rückzug mehrerer Anbieter erschwert: Die Caterer sehen sich nicht mehr in der Lage, ein qualitativ akzeptables Schulessen zu einem Preis von 2,10 Euro zu liefern, wie die Berliner Morgenpost diese Woche berichtet.
 
Die sechs größten Schulcaterer hatten sich bereits im März als Verband der Berliner und Brandenburger Schulcaterer e.V.i.Gr. (VBBSC) zusammengeschlossen. Doch auch der kollektive Auftritt konnte den Rückzug einiger Unternehmen aus dem Bieterverfahren nicht verhindern. So liege der Ausschreibungspreis in Kreuzberg und Friedrichshain-Kreuzberg bei 2,10 Euro – für die Caterer angesichts 19 Prozent Mehrwertsteuer und laufender Kosten wie beispielsweise für Personal und Verwaltung nicht zu leisten. Nach Angaben des Schulcaterers „Luna“ etwa blieben lediglich 50 Cent für den Lebensmitteleinkauf. Davon müssen zudem zehn Prozent Bio-Lebensmittel gekauft werden, wie das Leistungsverzeichnis der Berliner Qualitätskriterien vorschreibt.
 
SPD-Stadtrat Peter Beckers fordert ebenso wie der Landeselternausschuss eine höhere Bezuschussung durch das Land Berlin. Diese müsse auf den tatsächlichen Ausgaben für ein gesundes Mittagessen in Schulen basieren. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Situation zukünftig verbessern wird und wieder mehr Caterer in den Wettbewerb einsteigen.


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