Biergärten seit 200 Jahren Treffpunkt der Generationen

„Im Jahr 1812, also vor genau 200 Jahren, verfügte ein bayerischer König, dass Besucher von Biergärten Speisen mitbringen dürfen. Nur das Bier musste vor Ort bezahlt werden. Damit wurde der Startschuss für die weltweit bekannte und beliebte Biergartenkultur in Deutschland gesetzt. Sehr zur Freude der Entspannungssuchenden und Durstigen, aber auch der deutschen Brauer.“ So der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Rechtsanwalt Peter Hahn.

Die Biergärten sind seitdem Treffpunkt für Jung und Alt. Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts, als es noch keine Kühlmöglichkeiten für Lebensmittel gab und Kunsteis völlig undenkbar war, wurde das Bier der Brauer während der warmen Sommermonate in unterirdischen Räumen gelagert. Damit es sich beim Transport nicht erwärmt, wurde es zumeist gleich an Ort und Stelle verkauft und sofort getrunken.

Zum Schutz, sowohl für die Menschen als auch zur weiteren Kühlung der Keller wurden Kastanien oder Linden gepflanzt. Damit die Menschen in Ruhe ihr Bier aus großen Krügen trinken konnten, wurden zudem im Schatten der Bäume Tische und Bänke aufgestellt.

„Gegen diese Entwicklung rebellierten aber die Gastronomen, die in der Nähe der Bierkeller ihre Wirtschaften betrieben. So wurde die Erlaubnis zum Mitbringen eigener Speisen in Form eines Verkaufsverbots von Speisen durch Brauereien ausgesprochen. Die Biergartenbesucher hat’s gefreut und die Brauereien hat’s nicht gestört, da sie noch mehr Bier ausschenken konnten.

Der Erfindung der Kältemaschine durch den deutschen Ingenieur Carl von Linde für eine Münchner Brauerei zum Anfang des letzten Jahrhunderts haben wir unseren heutigen Kühlschrank zu verdanken. Diese Erfindung ermöglichte das Lagern von Bier zu jeder Jahreszeit und Temperatur. Der Biergartenkultur hat es nicht geschadet.

„Die Biergärten und Freisitze in Deutschland werden in den kommenden Sommermonaten wieder ihre wichtige soziale und kommunikative Funktion – für Jedermann. Soziale und nationale Unterschiede werden an den Tischen miteinander überwunden. Das ist sogar in der Bayerischen Biergartenverordnung festgehalten“, ergänzt Hahn weiter.

Heute entsprechen viele Biergärten nicht mehr dem traditionellen Ansatz des Biergenusses auf Bierkellern unter Kastanien. Moderne Freiluftgastronomien mit Sonnenschirmen oder als Strandbars sind hinzugekommen und erfreuen sich regen Zuspruches gerade bei jüngeren Bewohnern von Großstädten. „Die Bierfreunde können sich in diesem Jahr wieder auf eine große Bier- als auch Biergartenvielfalt freuen.

Günstige Feiertage und Brückentage geben hoffentlich viele Anlässe auf die 200jährige Biergartentradition anzustoßen. Die deutschen Brauereien werden die Versorgung mit ausreichendem Bier sicherstellen. Nur für das Wetter sind wir nicht zuständig, sind aber sicher, dass es im Jahr der Fußball-EM und Olympischen Spiele so gut sein wird, dass die Veranstaltungen auch in den Biergärten verfolgt werden können“, schließt Hahn.

www.brauer-bund.de



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