HelloFresh

Börsengang und Start mit Snack-Automaten

Kochbox-Versender HelloFresh hat den Gang an die Frankfurter Börse im zweiten Anlauf geschafft – und ein neues, stationäres Geschäftsfeld im Auge. Der Handel der Aktie startet an diesem Donnerstag. Günstigstenfalls würde die Emission dem Lieferdienst, an dem Rocket Internet mit gut 53 % beteiligt ist, mehr als 350 Mio. € bescheren, rechnen Börsenprofis vor.
Damit will das sechs Jahre alte, nach wie vor defizitäre Start-up sein künftiges Wachstum finanzieren. Die Einnahmen aus dem Börsengang fließen ausschließlich HelloFresh zu und sollen insbesondere für den Ausbau des Geschäfts im wichtigsten Markt USA genutzt werden.

Zugleich aber ist der Eintritt in den stationären Out-of-Home-Markt geplant, und zwar mit Kühlautomaten für Zwischenverpflegungs-Produkte – dies meldete die Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe) jüngst in ihrer letzten Printausgabe.

Genauer soll es bei 'HelloFresh Go' demnach um frische Sandwiches, Salate und weitere Snacks, Mittagsmenüs und Getränke gehen. Derzeit laufen in Berlin bereits Tests mit Automaten unterschiedlicher Kapazität. Sind zunächst Standorte in Büroräumen vorgesehen – als Alternative zum nächstgelegenen Supermarkt, dem Imbiss nebenan oder der hauseigenen Kantine -, sollen die Verkaufsstationen später auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Unis etc. zu finden sein. Der Roll-out soll 2018 starten.

Zwecks Bezahlung registriert sich der Nutzer auf einem Webportal und kann anschließend mit personalisierter ID-Karte oder hinterlegtem Fingerabdruck bargeldlos bezahlen. Auch die Bestückung der Automaten mit Nachschub soll mittels digitaler Vernetzung laufen, berichtet die LZ.

Für das 1. Hj. 2017 hatte HelloFresh ein Umsatzplus von 49 % auf 435 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gemeldet. Rd. 60 % der Erlöse wurden in den USA erwirtschaftet.

Vor HelloFresh hat in diesem Sommer bereits US-Mitbewerber Blue Apron den Gang aufs Börsenparkett unternommen. Allerdings ist die Aktie des nur in den USA vertretenen Kochbox-Anbieters auf Sinkkurs und hat inzwischen nahezu die Hälfte an Wert verloren. Ob HelloFresh sich auch mit Seitenblick auf Amazon nach ergänzenden Geschäftsfeldern umsieht, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Schließlich hat der Internet-Gigant erst vor wenigen Monaten die Bio-Supermarktkette Whole Foods übernommen und hieße wohl kaum Amazon, wenn nicht der Ausbau des Food-Liefergeschäftes ganz oben auf der Tagesordnung stünde.

www.hellofresh.de

www.hellofreshgroup.com







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