Branche erwartet 2004 Umsatzplus von 1,5 %

Nach dem wirtschaftlich schlechtesten Jahr in der Geschichte des Gastgewerbes in Deutschland mit einem Umsatzverlust von 5,1 % in 2003 starten die 250.000 bundesdeutschen Hoteliers und Gastronomen verhalten optimistisch in die diesjährige Sommersaison. Bei der Jahrespressekonferenz des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband) am Mittwoch in Berlin sagte Präsident Ernst Fischer eine leichte Umsatzsteigerung von 1,5 % für das laufende Geschäftsjahr bei stabilen Preisen voraus. Eine positive Entwicklung der heimischen Tourismuswirtschaft macht Fischer jedoch von einer deutlichen Aufhellung der allgemeinen konjunkturellen Lage abhängig, die nach wie vor großen Einfluss auf die Geschäftsergebnisse von Hotellerie und Gastronomie besitze.



Ausbildungsplatzabgabe: Besonders scharf geht Dehoga-Präsident Fischer mit den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe ins Gericht. Fischer bezeichnet die geplante Zwangsumlage, die nicht eine einzige Ausbildungsstelle schaffe, als Schlag ins Gesicht des engagierten Mittelstandes. Hotellerie und Gastronomie hätten im letzten Jahr ihre Ausbildungsleistung um 5,6 % auf ein Rekordniveau gesteigert und bräuchten sich von niemandem mit einer teuren und wirtschaftlich völlig unsinnigen Abgabe drohen lassen.



Lichtblick am wirtschaftlichen Horizont: Bei der Vorstellung des aktuellen Konjunkturberichtes des Gastgewerbes, der auf einer repräsentativen Befragung von 3.000 Unternehmen beruht, zeichnen sich für den Sommer 2004 erste Lichtblicke am wirtschaftlichen Horizont der Branche ab. Neben 34,9 % der Hoteliers, die für den Sommer 2004 gleichbleibende Umsätze erwarten, setzt heute bereits sogar wieder jeder vierte Beherberger auf eine Verbesserung der Erlössituation.



In der Gastronomie jedoch zeigt sich die wirtschaftliche Stimmung wesentlich gedämpfter als in der Hotellerie. Zwar geht auch in diesem Bereich des Gastgewerbes gut jeder fünfte Betreiber (22 %) von einer besseren Umsatzsituation in den Monaten April bis September 2004 aus, allerdings behalten die Umsatzpessimisten mit 42 % weiterhin die Oberhand. Als konjunkturelle Schrittmacher werden im Sommer 2004 einmal mehr die Großbetriebe und Unternehmen mit Umsätzen von über einer Million Euro das wirtschaftliche Tempo angeben, wohingegen sich bereits heute die Discotheken und traditionellen Schankwirte auf der Verliererseite sehen.



Die Insolvenzrate stieg um 16,9 % auf 3.104 zahlungsunfähige Unternehmen; der Mitarbeiterbestand sank um 1,2 % und somit erstmals seit Jahren knapp unter die Millionengrenze. Grund hierfür: Im vergangenen Winter mussten im gesamten Gastgewerbe über 60 Prozent der Betriebe erneut rückläufige Umsätze verkraften. Lediglich 17,8 % der Unternehmen vermochten auf der Umsatzseite Zuwächse zu erzielen. Noch düsterer gestaltete sich das Bild bei den Erträgen. Ertragszuwächse in nur knapp jedem achten Betrieb, hielten auch die Spielräume für Investitionen in Grenzen.

www.dehoga.de

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