Dehoga/Destatis

Branche wächst um 3,2 %

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, erzielten Gastronomie und Hotellerie im Jahr 2014 ein Umsatzplus von nominal 3,2 % (real 1,0 %). Das ist das fünfte Wachstumsjahr in Folge. „Vor allem unterstreichen die Zahlen, dass unsere Branche nachhaltig wächst – das ist die zentrale Botschaft“, so Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Bundesverband). In seiner Umsatzprognose für 2015 geht der Dehoga dagegen nur von einem Umsatzplus von 1,5 % aus. „In unseren Betrieben herrscht akuter Bürokratiefrust. Das ist nicht der Stoff, aus dem neue Umsatzrekorde entstehen“, so Fischer.

Die Ursachen für die starken Zahlen sind vielfältig: Die Deutschen waren 2014 in bester Konsumlaune, Deutschland als Reiseland-Magnet zieht immer mehr ausländische Gäste an, weiterhin punkten Gastronomie und Hotellerie mit einem, national wie international, herausragend guten Preis-Leistungsverhältnis.

Auf das laufende Kalenderjahr blickt der Dehoga dagegen zurückhaltend. „Ob Arbeitszeitdokumentation oder Allergenkennzeichnung – 2015 geht schon jetzt als Bürokratiejahr in die Branchen-Geschichtsbücher ein“, so Fischer. „Sorge und Unmut in den Betrieben sind spürbar. Mehr Bürokratie und höherer Kostendruck lassen sinkende Gewinne erwarten." Im Fokus der Kritik stehen vor allem die Bürokratievorgaben durch den Mindestlohn. So muss jeder Betrieb seit 1. Januar für jeden Mitarbeiter bis zu einem Bruttoverdienst von 2.958 € schriftlich Anfang, Dauer und Ende der Arbeitszeit festhalten. Schon bei geringfügigen Verstößen drohen drakonische Bußgelder.

Neben mehr Bürokratie und höheren Lohnkosten scheinen sich mancherorts auch weitere vom Dehoga prognostizierte Auswirkungen des Mindestlohnes zu bestätigen: Eingeschränkte Öffnungszeiten, Arbeitsplätze, die eingespart werden oder höhere Preise. „Unsere Hoffnung“, so der Dehoga-Präsident, „kann nur sein, dass die große Mehrheit der Deutschen, die den Mindestlohn befürwortet, auch bereit ist, für gute Produkte und Dienstleistungen gute Preise zu zahlen.“

www.dehoga.de

www.destatis.de



stats