Brot & Emotionen

Es ist das Brotkonzept Münchens. Das Aran auf der Theatiner Straße wurde im Rahmen unseres München-Specials in food-service 5/2004 auf Seite 38 veröffentlicht. Leider mit einer kleinen technischen Panne, die dazu führte, dass die letzte Textpassage fehlt. Deshalb für alle, die wissen wollen, was am Schluss geschrieben steht: Hier nun der Text als Online-Version in seiner ganzen Länge:



Klein, aber oho. Ein Stehkonzept mit Außenplätzen. In bester 1a-Lage Münchens, am Ausgang der Fünf Höfe zur exquisiten Einkaufsstraße Theatiner Straße, präsentiert sich Aran auf rd. 50 qm Ladenfläche als Pausenkonzept für jedermann. Der Name ist Programm: Aran ist das gälische (keltische) Wort für Brot. Entsprechend dreht sich alles um die frisch geschnittenen, noch warmen und duftenden Scheiben frischer Sauerteig-Brotlaibe. Darauf zwölf Aufstrich-Spezialitäten zur Auswahl. Plus fünf Kaffeebohnen-Mischungen für Spezialitäten auf der Getränke-Seite. "7.500 - 12.000 Euro Netto-Umsatz erzielen wir pro qm Gastraum", verrät Unternehmer Jürgen F. Baur. www.aran.coop



Der Münchner Laden fällt auf den ersten Blick durch die Rundbogen-Fensterfront auf. Der zweite Blick fällt auf die appetitanregenden, aneinandergestellten runden Brotlaibe im Fenster und die Tafel neben der Tür mit dem Angebot. "Ursprünglichkeit, Einfachheit und Wärme sind unsere tragenden Konzeptbestandteile", betont Sebastian Pyhrr, der seit Mai 2003 den Münchner Betrieb als Franchisenehmer managt.

Von 10 bis 20 Uhr gibt es Brot mit Belag zu Preisen zwischen 2 und 4,50 Euro (1/2 Scheibe, ca. 70 g, mit rd. 30 g Aufstrich). Zu begutachten in der Theke mit den Musterbroten zum Anschauen. Das klassische Butterbrot mit oder ohne Schnittlauch und das schlichte Marmeladenbrot zählen ebenso zum Repertoire wie das Brot mit Krabbenaufstrich. Die Renner nicht nur in München: Artischocken-Tonno- und Chili-Butter-Aufstrich. Und im Brot-Sortiment läuft der Urlaib den Sorten Sonnenblumen, Gewürze und Vollkorn klar den Rang ab. Inzwischen wurde die anfangs straffe Brotausrichtung aufgelockert: Täglich gibt’s nun auch richtige Bäcker-Semmel und an zwei Wochentagen Brezeln. 3,80 - 5,- Euro blättert der Gast im Schnitt hin, bei 400 - 1.600 Gästen liegt die Tagesfrequenz. "Keine Abendgastronomie", konstatiert Baur, dessen Outlets 400.000 - 2,4 Mio. Euro Umsatz netto jährlich erlösen. Und er bekennt, dass er nach dem Start des 1. Betriebes 1999 in Rosenheim bewusst drei Jahre Erfahrungen gesammelt hat, bis er 2003 seinen ersten Franchise-Laden in Ravensburg an den Start. Und im gleichen Jahr folgten Numero 3 bis 5 (München: Fünf Höfe und Flughafen sowie Landshut) und als sechster Betrieb das sogenannte Aran-Haus, der zweite Betrieb in Rosenheim. Seit 17.04.2003 befindet sich dort die Firmenzentrale.



1a-Lagen und Räumlichkeiten mit eigener Persönlichkeit (bevorzugt in historischen Gebäuden) kennzeichnen die kleine Kette ebenso wie der hohe Qualitätsanspruch in Sachen Angebot. Dazu zählen nicht nur die eigens für die Aran-Häuser in ausgesuchten Bäckereien nach speziellen Rezepturen hergestellten Brote aus Natursauerteig und ökologisch angebautem Getreide, sondern auch die genau rezeptierten, zentral produzierten Aufstriche und die Kaffee-Spezialitäten mit Bohnen aus eigener Rösterei in fünf Variationen.



150.000 - 250.000 Euro Investitionssumme fallen pro Eröffnung an. "Größenordnungen, für die man im ersten Jahr mit unserem vergleichsweise kleinen Brot- & Kaffee-Angebotsspektrum hart arbeiten muss, um die Startschwierigkeiten zu überwinden und schwarze Zahlen zu schreiben", bekennt Baur. Als maßgebliche Erfolgsfaktoren nennt er: Teamführung, Mitarbeitertraining, Disziplin, äußerste Servicebereitschaft und die Einhaltung der Personal- und Wareneinsatzkostenanteile von maximal 28 und 24 %. Dazu ein Systemgedanke, der nicht absolut stur durchgezogen wird, sondern gestalterische (vor allem in punkto Ambiente) Spielräume zulässt. "Viel Gutes hat uns unser Motto beschert: Überall mit den Augen einkaufen gehen, dadurch lernen und auch vieles abschauen, aber zum Schluss ein eigenes Profil kreieren. Wichtig: die Emotionen, die man mitnimmt", so O-Ton Baur. Erklärtes Ziel: Möglichst hohe Stammkundenpotenziale - in Rosenheim inzwischen bei 40 %. Übrigens, die Gunst der Gäste gewinnt man nicht nur durch Qualität und Freundlichkeit, sondern auch durch bewusst moderate Preise für die Kaffee-Range.



Aran

Geschäftsführer Jürgen F. Baur

Betriebe 4(Franchise), 2 (Eigenregie)

Start 1999, Rosenheim

Ladenfläche 50 - 200 qm

Investitionen 150.000 - 250.000 Euro/Outlet

Eintrittsgebühr 25.000 Euro

Lizenzgebühr 25.000 Euro

Franchisegebühr 3% (Netto-Umsatz)

Umsatz/Unit 400.000 - 2,4 Mio. Euro netto/Jahr


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