Bundesweit einmalig - leitender Koch begleitet Suchttherapie

60 Männer und Frauen suchen in der Annenhofklinik, im westfälischen Steinheim, einen Weg, um von ihrer Sucht loszukommen. Dazu ist in dem Therapiezentrum für Abhänigkeitserkrankungen ein bundesweit einmaliges Angebot gestartet: Ein leitender Koch lernt die Patienten an, ihre täglichen Mahlzeiten selbst zu zubereiten – als Arbeitstherapie. Das Besondere ist, dass der Betriebsleiter nicht aus den Klinikreihen kommt, sondern von einem auf personalintensive Dienstleistungen spezialisierten Unternehmen, der Düsseldorfer Schubert-Unternehmensgruppe, gestellt wird, die bundesweit federführend in Gesundheitseinrichtungen tätig ist, insbesondere im Catering. Bisher wurde die Küche von der Hauswirtschaftsleiterin arbeitstherapeutisch betreut. Aufgrund der Erhöhung der Kapazität, 2006 sind 30 Plätze dazu gekommen, war es notwendig, das die Hauswirtschaftsleiterin ihre Arbeit auf Reinigung, Wäsche, Ordnung der Patientenzimmer konzentriert. „Wenn eine Arbeitstherapie erfolgreich ist, dann nur durch ständige Begleitung, damit die Patienten motiviert werden“, untermauert Dr. Anke Schiller, therapeutische Leiterin der Annenhofklinik. Gerade bei der Zubereitung des Essens benötigen die Patienten nach ihrer Aussage eine stets vorhandene professionelle Anleitung. Jetzt liegt die Verantwortung bei Thomas Ebbrecht, Betriebsleiter der Schubert-Unternehmensgruppe. Täglich setzt er sich mit seinem sechsköpfigen Patiententeam, das sich drei Schichten teilt, mit Speiseplänen, Einkauf und Rezepten auseinander. Für Ebbrecht, für den die Aufgabe Neuland: „Es gibt einige Patienten, die haben keine Erfahrungen mit einer selbständigen Arbeit, das fordert.“ Für Ebbrecht ist neu, dass bestimmte Zutaten verschlossen werden müssen, damit die Abhängigen nicht rückfällig werden. Dazu gehören beispielsweise Essig, Zitronenwasser oder auch Backpulver.
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