Burger Kings Schlüsse aus Malheur mit Sicherheitskamera

Letzte Woche beschloss die Geschäftsführung von Burger King Deutschland ein umfangreiches Audit- und Maßnahmen-Programm. Die Initiative richtet sich an die 147 unternehmenseigenen Restaurants. Grund für die Einführung des Programms sind Vorkomm-nisse, die u. a. zu Kündigungen, Diskussionen mit Betriebsräten und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sowie der Revision interner Arbeitsabläufe führten. Einer der Auslöser der Auseinandersetzungen war der Mitschnitt einer Sicherheitskamera während einer Betriebsversammlung im April in München. Burger King arbeitet nun mit der Datenschutzbehörde zusammen, um sicherzustellen, dass zukünftige Aufnahmen den Datenschutzbestimmungen in Deutschland voll entsprechen. Die Anweisung zur Handhabung der Sicherheitskameras wird zurzeit neu überarbeitet. Eine Prüfung der Richtlinien zur monatlichen Inspektion der Restaurants hat bestätigt, dass eine interne Anweisung für unternehmenseigene Restaurants existierte, die Aufnahmen der Sicherheitskameras eine Stunde mitzuverfolgen. Diese Anweisung wurde mit sofortiger Wirkung zurückgezogen, und die Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle prüft derzeit sämtliche Arbeitsanweisungen des Unternehmens auf deren Richtigkeit. „Ich bedauere sehr, dass unter diesen Umständen bei unseren Mitarbeitern der Eindruck entstanden ist, wir würden durch Videoüberwachung unsere Mitarbeiter kontrollieren. Ich kann nur immer wieder betonen, dass es meine Überzeugung ist, Sicherheitskameras ausschließlich zum Schutz unserer Gäste und Mitarbeiter einzusetzen. Wenn hier etwas anderes damit gemacht wurde, dann ist das ein großer Fehler“, so Thomas Berger, Geschäftsführer Burger King Deutschland. Burger King steht Betriebsräten positiv gegenüber, da sie dem Wohle der Mitarbeiter dienen, so die Botschaft. Seit fast dreißig Jahren werden Mitarbeiter aus unterschiedlichen Restaurants von Betriebsräten vertreten. In einigen Fällen ficht Burger King an, dass Manager in leitender Funktion sich zu Betriebsräten haben wählen lassen, was nicht im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes ist. Ein weiterer Teil der neuen Ausrichtung ist die Einführung eines umfassenden Maßnahmen-Programms, das ab Juni in Kraft treten wird. Ziel ist es, ein unabhängiges Advisory Board einzuführen, das das Unternehmen bei Fragen zu Datensicherheit, Mitarbeiterverantwortung und interner Kommunikation unterstützt. Experten aus diesen Bereichen werden als Mitglieder in dieses Gremium geladen. Flankiert wird die Arbeit des Advisory Boards durch ein umfangreiches Trainings-Programm sowie Diskussionsforen, um Austausch und Kommunikation im Unternehmen zu stärken. www.burgerking.de


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