Carlsberg Newcomer Award

Burger-Konzept Marktpirat gewinnt

Provinz vor Big City: Das Better-Burger-Konzept Marktpirat aus Heide hat den Carlsberg Newcomer Award 2015 gewonnen. Im Rahmen des DEHOGA-„Treffpunkt Nord 2015“ in der Hamburger Fischauktionshalle am 28. September nahm Gründer Torsten Ehlers die Auszeichnung entgegen.

Seit Sommer 2014 gibt es auf Deutschlands größtem Marktplatz Premium-Burger der besonderen Art: 'King Kohl' beispielsweise, zubereitet mit original Dithmarscher Kohlroulade und Specksauce, und  'Glückspilze' mit Pfifferlingen, Bacon und Black-Angus-Rindfleisch zwischen den Bun-Hälften. Die Kreativität und Leidenschaft von Marktpirat-Erfinder Thorsten Ehlers überzeugten ebenso wie die gelungene Verbindung von regionaler Tradition und urbanem Trend die Juroren des Carlsberg Newcomer Awards. Gestern Abend beim Dehoga Treffpunkt Nord in der Hamburger Fischauktionshalle wurde dem Local Hero vor über 1.000 Branchenvertretern die Auszeichnung überreicht.

Am Anfang stand der Traum von der eigenen Gastronomie. 2012 begann daraus Wirklichkeit zu werden: Als die Stadtväter der Dithmarscher 20.000-Seelen-Stadt zwecks Aufwertung des Marktplatzes einen neuen gastronomischen Treffpunkt planten, bekam Ehlers als Bauherr und Pächter in einer Person den Zuschlag. Erst lächelte die regionale Wirte-Konkurrenz, dann beobachtete sie mit Argusaugen, was der waschechte Dithmarscher Jung, zuvor Geschäftsführer eines kleinen Hotels im nahegelegenen Wesselburen, da alles auf die Beine stellte. Qualitativ hochwertiges Essen, orientiert an typisch regionalen Gerichten, aber analog zu urbaner Trends inszeniert – so definiert Ehlers den spannenden Dreh- und Angelpunkt seiner Angebotsphilosophie. Auf den ersten Blick für einen Neueinsteiger eine gewagte Kombination. Doch dank der gelungenen kulinarischen Umsetzung sind selbst alteingesessene Bürger begeistert von diesem Touch großer weiter Welt auf dem norddeutschen Flachland.

„Ich bin schon stolz darauf, dass unser Konzept voll aufgegangen ist,“ freut sich Ehlers. Praktisch mit der Eröffnung stand das Heider Ausgehpublikum Schlange vor dem mit Holzlamellen verkleideten Glas-Kubus. Alt und jung, Bauern ebenso wie Heider Businessmenschen, Schüler und Touristen, Early Birds ebenso wie Nachtschwärmer bilden die buntgemischte Klientel, ganz wie von Betreiber und Stadtvätern beabsichtigt. 200 Plätze zählt der Betrieb, jeweils 100 indoor und auf der großzügigen Sonnenterrasse; rund 20 Mitarbeiter stehen auf der Paylist.

Zu den Vorgaben der Stadtverwaltung zählte auch die Ganztagesöffnung: von Montag bis Sonntag wird um 8.30 Uhr auf- und erst um 23 bzw. 1 Uhr (Fr/Sa) wieder zugeschlossen. Entsprechend facettenreich ist das F&B-Programm aufgebaut: Burger als Signature Products werden flankiert von diversen Frühstücksofferten, kleinen Gerichten (Backkartoffeln, selbstgemachte Suppen, Salate), vom hauseigenen Konditor hergestellte Kuchen und Torten, Bier, Cocktails und Wein. Der Clou aber ist das  Burger-Programm: 21 Items, sortiert in drei Rubriken („Klassisch“, „ohne Rindfleisch“, „vegetarisch und vegan“) und einem Preismaximum von 11,90 €. Wechselnde Wochen-Burger sorgen on top für Überraschungsmomente.

„Gutes Essen muss Balsam für die Seele sein, ich nenne es einfach Soul Food. Dazu gehört neben einer abwechslungsreichen und guten Küche natürlich auch ein Ambiente, in dem ich mich als Gast wohlfühle.“ Das Interior Design sorgt dank großem Holz-Anteil und warmen Naturtönen für moderne, einladende Cosyness und erinnert nicht von ungefähr an Szenetreffs in Großmetropolen à la Berlin oder Hamburg: das verantwortliche Designbüro Gastroprojekt Thomas Hinsche hat u.a. im Hamburger Craft-Beer-Hotspot Altes Mädchen Hand angelegt.

In puncto Erfolgsdaten hält man sich bedeckt. Die Umsätze liegen über Plan, heißt es, vom Start weg laufe der Betrieb auf der höchsten Kapazitätsstufe. Auf Facebook jedenfalls wird nach einem guten Jahr die Successstory sichtbar: 3192 'Likes' für die Marktpiraten-Präsenz sind ein mehr als ordentlicher Wert. 

Der Carlsberg-Preis wurde insgesamt in fünf Kategorien vergeben. Lutz P. Natusch erhielt für sein Natusch Fischereihafen-Restaurant Bremerhaven die Auszeichnung in der Kategorie Bester Traditionsbetrieb. Und Carsten Loll durfte den Preis für das Beste Gastronomiekonzept für sein Lokal Carlo615 in Rostock entgegennehmen. Der Carlsberg Bild Leserpreis Beste Kneipe, der zum ersten Mal über einen Leserwettbewerb gewählt wurde, ging an Evelyn Subbert von der Gaststätte  Seeteufel in Hamburg. Den Preis für das Beste Hotel-Restaurant erhielt Karlheinz Hauser für das Gourmetrestaurant Seven Seas im Hotel Süllberg in Hamburg.

www.marktpirat.de
www.carlsbergdeutschland.de

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