Karstadt

COO und Le Buffet-GF Hartmann wirft das Handtuch / Umsätze

Nach der Übernahme von Karstadt durch die österreichische Investorengruppe Signa nun ein weiterer Abgang im Top-Management: Am gestrigen Donnerstag warf auch COO Rüdiger Hartmann das Handtuch, er war zugleich neben Urs Bischof Geschäftsführer der Systemgastronomie-Tochter Le Buffet Restaurant und Café GmbH. In der vergangenen Woche hatte zuvor Karstadt-Arbeitsdirektor und Chief Human Resources Officer Kai-Uwe Weitz das Unternehmen verlassen.

Hartmann scheide auf eigenen Wunsch aus, um sich neuen Herausforderungen zu widmen, teilte der Warenhauskonzern gestern in Essen mit. „Wir danken Rüdiger Hartmann für den wertvollen Beitrag, den er in der zurückliegenden schwierigen Zeit für das Unternehmen geleistet hat“, erklärte CFO Miguel Müllenbach, seit dem spektakulären Rückzug von CEO Eva-Lotta Sjöstedt Interims-Geschäftsführer von Karstadt. Müllenbach würdigte unter anderem ausdrücklich Hartmanns Leistungen bei der Professionalisierung der 100-%igen Tochtergesellschaft Le Buffet.

Der Ex-Burger King-Manager kam Anfang Dezember 2012 zunächst als Director Operations zu Karstadt und verantwortete die Bereiche IT, Supply Chain, Real Estate und Strategieentwicklung. Auch für diese Vakanz gibt es vorläufig eine Interims-Lösung.

Mit Spannung erwartet wird die nächste, bereits zweimal verschobene Aufsichtsratssitzung vom Karstadt. Als neuer Termin wurde diesen Mittwoch der 11. September festgelegt, nachdem das Bundeskartellamt dem Eigentümerwechsel postwendend zugestimmt hat. Es geht nicht nur um Personalien, sondern vor allem um ein Sanierungskonzept für die angeschlagene Warenhauskette, in diesem Zusammenhang war immer wieder auch von Schließungen die Rede. Zur Debatte dürfte auch die Zukunft der Gastronomie-Tochter stehen.

Erst im Herbst 2012 war die vollständige Ausgliederung aller Karstadt-Restaurants in die schon 2010 gegründete eigenständige Tochtergesellschaft vollzogen worden, damit wechselten auch die rd. 1.400 damals noch zum Warenhaus gehörenden Gastronomie-Mitarbeiter den Arbeitgeber.

Le Buffet stand zuletzt für (geschätzte) 124,0 Mio. € Umsatz, erzielt in 87 Häusern. Sprich, ein Minus von 4,6 %. Schon in den Vorjahren hatte die Karstadt-Gastronomie zu kämpfen: 2012 auf unveränderter Fläche ein Rückgang um 3,7 % auf rd. 130 Mio. €, im Jahr zuvor büßte die Gastronomie bei gleichfalls 87 Outlets 2,9 % Umsatz ein. Letztmals gelang im Jahr 2006 ein kleines Plus um 0,4 % auf 209,3 Mio. €, damals waren noch 161 Units am Netz. Seither massive Standortbereinigung (Schließung Verlustfilialen & Hertie-Abwicklung!) und entsprechendes Schrumpfen der Erlöse.

Dass auf bestehenden Flächen in den letzten Jahren – trotz mancher Modernisierungsmaßnahmen, Stichwort Fresh Flow – in der Summe kein Plus mehr zu holen war, spiegelt hochgradig die prekäre Situation der Warenhauskette selbst. Die Gastronomie der Häuser lebt erheblich von abgeleiteter Nachfrage. Und da stimmt halt seit langem das Frequenz-Grundrauschen nicht.

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www.lebuffet.de

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