Cateringverband kritisiert steuerliche Ungleichbehandlung

Dass eine Bratwurst im Betriebsrestaurant dann mit Steuermitteln subventioniert ist, wenn der Arbeitgeber die Wurst selbst brät, aber ein Caterer oder die Imbissbude um die Ecke leer ausgehen – darauf hat Dr. Horst de Haan, Vorsitzender des Verbandes der Internationalen Caterer in Deutschland (V.I.C.), Berlin, in einem offenen Brief an die Mitglieder des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag hingewiesen. Demnach kann ein Arbeitgeber, der für seine Arbeitnehmer eine eigenbetriebene Kantine unterhält, die Ausgaben für die dort erbrachten Mahlzeiten bei der Umsatzsteuer nach den Pauschalen der Sachbezugsverordnung berechnen. So werde in der Sachbezugsverordnung 2005 als Wert für eine komplette Mittagsmahlzeit eine Pauschale von lediglich 2,61 € (brutto) angesetzt. Egal wie voll der Teller oder wie lang die Wurst sei - die Umsatzsteuer betrage regelmäßig nur 36 Cent. Hingegen müssten alle anderen die Umsatzsteuer auf der Grundlage der tatsächlichen Ausgaben für eine Mahlzeit ansetzen, durchschnittlich knapp fünf € netto je warme Mahlzeit zuzüglich der Mehrwertsteuer (16%) von ca. 80 Cent. Damit, so de Haan, sei der Fördereffekt für die eigenbetriebene Kantine erheblicher, als auf den ersten Blick erkennbar. In einem Betriebrestaurant, das durchschnittlich an 220 Arbeitstagen pro Jahr täglich 1.000 Mahlzeiten ausgibt, „addiere sich die jährliche Subvention aber auf 96.800 € im Vergleich zu einer fremdbetriebenen Kantine“, rechnet de Haan. Die derzeitige Regelung in Form der Pauschalen der Sachbezugsordnung sieht der V.I.C.-Vorstand „allenfalls historisch begründet“, aber nicht mehr als zeitgemäß an und in seiner Wirkung als „ungerechtfertigten Wettbewerbsnachteil zu Lasten des freien Marktes und insbesondere der Catering-Branche“.

stats