Contract Caterer mit 5,2 % Umsatzplus

Die führenden Cateringunternehmen Deutschlands erwirtschafteten knapp 3,0 Mrd. Euro (ohne Mwst.) mit 5.044 Verträgen und erzielten ein Erlösplus von 5,2 %. Wachstumsmotor mit 5,3 % (Vj. 2,6 %) war die Verpflegung am Arbeitsplatz, die etwa die Hälfte aller Umsätze auf sich vereint. Hier profitierte die Cateringbranche von Neueinstellungen auf Kundenseite, die zu höheren Gastzahlen führte. Schwierige Rahmenbedingungen melden die Dienstleister in Krankenhäusern und Schulen (Umsatzplus je 4,8 %), wo oft der Kostenrahmen 'gedeckelt' ist.

Zweistellig dagegen die Zuwächse im Bereich Neue Märkte (z.B. Stadien- und Eventgastronomie) mit 11,3 %. Zu diesem Ergebnis gelangt die Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis in ihrer aktuellen und exklusiven Branchenerhebung für das Jahr 2011 (ausführlicher Bericht in der Maiausgabe).

Vom wertmäßigen Wachstum der 31 Cateringunternehmen, die über 60.000 Mitarbeiter beschäftigen, entfällt der größte Teil auf drei multinationale Dienstleistungskonzerne: Sodexo (+ 25,1 Mio. Euro), Compass Group (+ 22,2 Mio. Euro) und Aramark (17,0 Mio. €). Allein diese Top 3 generierten fast 1,45 Mrd. Euro Umsatz 2011, das entspricht einem Anteil am Gesamtumsatz von 48,7 %.
 
Das Jahr 2011 war geprägt durch mehr Wettbewerbs- und Kostendruck auf Auftraggeberseite, während die Gäste durch Ehec-Skandal und Atomunfall in Japan hochgradig sensibilisiert waren. Steigende Qualitätsanforderungen und zunehmende Preissensibilität auf Auftraggeber- und Gästeseite mussten in Einklang gebracht werden. Die Studie zeigt auch, dass der Anteil des „echten“ Neugeschäfts signifikant gesunken ist – d. h. jeder zweite Vertrag kommt derzeit von einem Mitwettbewerber, der Verdrängungsprozess ist groß. Die Vertragspartner überprüfen ihre Dienstleister in immer kürzeren Abständen per Ausschreibung und wünschen immer individuellere Anforderungen, so der Tenor der Branchengrößten. Das dominierende Thema bei den über 5.000 Kunden heißt Nachhaltigkeit – von klimaleichten Menüs bis zu regionalen Einkaufsquellen und bio-zertifizierten Lebensmitteln. Kernaussage hier: Nur wenn die Qualität überzeugt, ist der Gast zu Mehrausgaben bereit. Der höchste Durchschnitts-Bon pro Gast liegt bei 4,53 € pro Menü.
 
Der Gesamtumsatz der Contract Caterer setzt sich anteilmäßig wie folgt zusammen: 48,5 Prozent Betriebsrestaurants, 21,4 Prozent Kliniken/Krankenhäuser, 16,7 Prozent Seniorenheime, 8,3 Prozent Neue Märkte (z.B. Event-Catering), 5,1 Prozent Schulen, Mensen, Kitas. 64,3 Prozent der befragten Entscheider bewerteten die Gewinnsituation als sehr gut oder gut, 32,1 nannten sie zufriedenstellend. Für das Jahr 2012 erwarten 88,0 Prozent der befragten Manager bessere Umsätze, 79 % rechnen mit besseren Gästezahlen als vor zwölf Monaten (Befragungszeitpunkt: März). Allerdings befürchten 39 Prozent eine schlechtere Kostensituation.

Die größten Wachstums-Chancen werden wie schon im vergangenen Jahr Café-Bars prognostiziert. Größte Herausforderung ist das Thema Personalentwicklung und -motivation.

Das Ranking der 10 umsatzstärksten Cateringunternehmen 2011 finden Sie hier Top Ten.pdf.


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