Erfolgsfaktor Bio

Dänemark weiß, wie es geht

In Dänemark hat sich die Außer-Haus-Verpflegung zum Wachstumstreiber für Bio-Lebensmittel entwickelt. Rund 60 dänsiche und deutsche Vertreter trafen sich Ende Oktober in Hamburg zum Wissensaustausch.
Organisiert wurde der Erfahrungsaustausch vom dänischen Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft, vertreten durch Sarah C. S. Fuglsig, zusammen mit dem Münsteraner Beratungsunternehmen A‘verdis, vertreten durch den Geschäftsführenden Gesellschafter Rainer Roehl.

Aus der Praxis

Im ersten Teil der Veranstaltung berichteten dänische Experten aus der Praxis. Als Berater hat Kenneth Højgaard mit seiner Umstellungsagentur Copenhagen House of Food mehrere hundert Profiküchen auf dem Weg zu mehr Bio-Lebensmitteln begleitet. Bente Sloth, Küchenchefin im Universitätsklinikum Aarhus, definierte drei wichtige Faktoren, um Bio-Lebensmittel erfolgreich zu etablieren: Frischeküche ohne Convenience, Mitarbeiterschulungen und so wenig Lebensmittelabfälle wie möglich.

Gütesiegel Organic Cuisine zeigt Wirkung

Die Projektleiterin der Dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde Carmen I. Calverley berichtete von den positiven Auswirkungen des "Organic Cuisine"-Logos, das zum Beispiel die Aarhuser Klinik mit Silber auszeichnet. Das Logo in Bronze erhalten Küchen, die 30 bis 60 Prozent Bio verwenden, Silber steht für 60 bis 90 Prozent und ein goldenes Logo für den 100-prozentigen Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Heute bemühen sich neben Küchen öffentlicher Einrichtungen auch Restaurants, Hotels und Cateringunternehmen um das Bio-Gütesiegel.

Bio-Mentoren berichten aus Deutschland

Die etwas langsamere Entwicklung in Deutschland war Thema des zweiten Veranstaltungsteils. Die Gesprächsrunden mit Martin Friedrich, Esprit, Josef Holzer, Hipp, und Rafeal Platzbecker von den Landesschulen NRW machten deutlich, dass vor allem unternehmerischer Willen und Fachkenntnisse notwendig sind, um Bio-Lebensmittel umfangreich in ein Verpflegungskonzept zu integrien. Dann seien auch Bio-Anteile von 50 bis 90 Prozent möglich.

Aus der Klinikgastronomie berichteten Berthold Kohm, Betriebsleiter der Servicegesellschaft Nordbaden und Thomas Voß, stellvertretender kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Münster und Lengerich. Deren Bio-Produkt-Quoten liegen bei 15 bzw. 20 Prozent bei deutlich schwierigeren finanziellen Rahmenbedingungen wie zum Beispiel einem Wareneinsatz von nur 4,50 Euro.

Insgesamt überzeugte das Format der Veranstaltung die Teilnehmer aus Dänemark und Deutschland. Die nächste Runde ist in Berlin geplant.

www.a-verdis.com
biomentorenwebsite.wordpress.com



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