Dehoga begrüßt Mehrwertsteuer-Initiative der EU-Kommission

Die EU-Kommission setzt große Hoffnungen auf reduzierte Mehrwertsteuersätze für gastronomische Dienstleistungen in Europa: Am Dienstag kündigte Laszlo Kovacs als der für Steuern zuständige EU-Kommissar dem EU-Parlament für Juli einen Vorschlag an, den EU-Mitgliedstaaten ab 2010 mehr Spielraum für reduzierte Mehrwertsteuersätze zu gewähren. Zuvor hatte sich bereits wiederholt Günter Verheugen, Industriekommissar und Vize-Präsident der EU-Kommission, für die Aufnahme von Restaurantdienstleistungen in den Anhang III der Mehrwertsteuerrichtlinie ausgesprochen. „Diese Initiativen der Europäischen Kommission finden unsere uneingeschränkte Unterstützung“, begrüßt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) den frischen Rückenwind aus Brüssel für eines der Kernanliegen der Branche. „Niedrigere Steuern bedeuten mehr Flexibilität an der Preisfront und damit einhergehend eine höhere Nachfrage, mehr Umsatz und mehr Beschäftigung“, sagt Dehoga-Präsident Fischer. „70.000 neue Arbeitsplätze könnten mittelfristig geschaffen werden, ergab eine Studie der Universität Mannheim. Das wäre eine große Chance für mehr Wachstum und Beschäftigung in Deutschland.“ Der Dehoga fordere nichts Außergewöhnliches, so Fischer. „In 22 von 27 Ländern Europas gilt für die Hotellerie der reduzierte Satz, in der Hälfte der Staaten auch für die Gastronomie. Frankreich will seit langem seinen Restaurants die Mehrwertsteuer senken und darf das nicht“, weist der Dehoga-Präsident auf die zunehmend isolierte Haltung Deutschlands in Europa hin. „Für die Gastronomie kommt es darauf an, jetzt die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, dass einzelne Mitgliedstaaten reduzierte Sätze für die Gastronomie einführen können.“ Fischer zeigt zudem die eklatanten Wertungswidersprüche im eigenen Land auf: „Niemand versteht, warum das belegte Brötchen beim Bäcker, die Boulette beim Fleischer oder die Tiefkühlpizza im Supermarkt mit 7 Prozent besteuert werden, während für den Verzehr von Speisen und Getränken im Café, Bistro oder Restaurant 19 Prozent fällig sind.“ www.dehoga-bundesverband.de


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