Essenszuschuss

Der moderne Gutschein ist eine App

Als „größte Kantine der Welt“ feiert das Münchner Start-up „Spendit“ seine Geschäftsidee. Der gute alte Essens-gutschein wird hier durch die App „Lunchit“ ersetzt. Der Nutzer muss hier nur noch Belege sammeln.

Lunchit ist ein digitaler Universal-gutschein. Statt bei vorher festgelegten Restaurants und Kantinen einen Essensgutschein einzulösen, könne man mit der digitalen Lösung überall essen gehen. Ob sich die Mitarbeiter im Supermarkt einen Salat holen oder in einem Gasthaus zu Mittag essen ist egal.

Vor drei Jahren startete Lunchit in Deutschland zunächst mit einer Prepaid-Kreditkarte und später mit einer eigenen App. Seit einigen Monaten ist man auch in Österreich aktiv. Den Markt im Alpenland bezeichnet Ralph Meyer, Gründer des Start-ups Spendit als „vielversprechend“. Die Zahl der Gutscheinnutzer sei trotz der im Vergleich geringen Größe des Landes mit 500.000 fast so hoch wie in Deutschland (700.000). Eine Bewilligung vom Finanzministerium habe man bereits eingeholt, sagt Meyer mit einem Seitenhieb auf die deutsche Verwaltung: „In Deutschland haben wir 18 Monate bis zur Freigabe gebraucht, in Wien waren es zwei Tage.“

Der Arbeitgeber erhält am Monatsende die Abrechnung

Inzwischen nutzen in Deutschland  ca. 2.000 User die Lunchit-App etwa 12 bis 15 Mal im Monat. "Zu unseren Kunden gehören unter anderem Unu Motors, Anwalt.de, Avira oder Signavio", berichtet Marius Janssen, der bei Spendit für das Marketing verantwortlich ist. In Österreich zählt Lunchit rund 30 Firmen als Kunden, bis Jahresende sollen es 500 werden. Dann sollen nach den Plänen Meyers dort 5.000 bis 7.000 Arbeitnehmer die Gutschein-App nutzen.

So funktioniert das System im Detail: Mit der App wird die Rechnung für das Mittagessen eingescannt. Der digitalisierte Beleg wird im Lunchit-System gespeichert, mit Texterkennungsprogrammen ausgelesen und zehn Jahre lang aufbewahrt. Dem Arbeitgeber wird am Monatsende eine Datei mit dem Bruttobetrag übermittelt. Wo und was gegessen wurde, erfahre der Arbeitgeber nicht, versichert Meyer: „Das fällt in die Privatsphäre des Mitarbeiters“.

Geld verdient Lunchit mit einer vom Arbeitgeber eingehobenen Gebühr, die je nach Größe des Unternehmens zwischen sieben und zwölf Euro monatlich oder 69 bis 119 Euro jährlich pro Mitarbeiter beträgt. Meyer verspricht den Unternehmen einen sehr geringen Administrationsaufwand. Verträge mit Gastronomiebetrieben muss das Start-up, anders als Gutscheinanbieter, keine abschließen.

www.spendit.de


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