Trend

Deutsche Fleischproduzenten mit vegetarischen Produkten

Immer mehr Fleischproduzenten in Deutschland setzen auf vegetarische Alternativen. So machte auf der diesjährigen Internorga Geflügelspezialist Wiesenhof mit drei vegetarischen Neuvorstellungen für den Außer-Haus-Markt von sich reden. Unter der Marke Paul’s stellte das Unternehmen ein Crispy-Schnitzel auf Weizen-Basis mit Broccoli, Paprika und Zwiebeln sowie Veggie-Sticks und Crispy-Sticks vor, die sich als Fingerfood oder für Wraps eignen.
 
Derweil gewinnt das Trend-Segment im benachbarten Einzelhandel rasant an Bedeutung. Massiv setzen immer mehr Hersteller auf vegetarische/vegane Alternativen zu Fleisch und Wurst, auch Deutschlands größter Fleischproduzent Tönnies steigt nach Informationen der LebensmittelZeitung (dfv mediengruppe) in die Produktion von Tofu-Würstchen und vegetarischen Schnitzeln ein, diese sollen der LZ zufolge spätestens zur Ernährungsmesse Anuga im Herbst präsentiert werden.
 
Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle hat seit letztem Dezember vegetarischen Aufschnitt im Programm und verkauft davon inzwischen mehr Packungen als vom fleischhaltigen Original. Bei der vegetarischen Mortadella soll es sogar die vier- bis fünffache Menge sein. Nach kaum fünf Monaten erzielt Rügenwalder bereits 15 % des Gesamtumsatzes mit Fleischalternativen und legt ab Mai mit vegetarischen Schnitzeln nach.
 
Unter der Marke Gutfried wird auch Nölke (seit Ende 2014 im Besitz von Clemens Tönnies‘ Zur Mühlen-Gruppe) in Kürze mit vegetarischer Fleischwurst und Mortadella kommen. Weitere Player wie Ponnath und Bell (Zimbo) werkeln ebenfalls an Veggie-Produkten.
 
Denn das fleischlose Geschäft verspricht erhebliche Potenziale und ordentliche Margen. Immerhin 7,8 Millionen Bundesbürger ernähren sich nach Angaben des Vegetarierbundes fleischlos, 900.000 verzichten gänzlich auf tierische Produkte. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die bewusst mehrfach pro Woche auf Fleisch verzichten. Diese Gruppe umfasst laut Forsa-Umfrage die Hälfte der Deutschen.
 
Fakt ist, der Fleischwarenverzehr ist seit 2010 kontinuierlich auf zuletzt 29,6 kg pro Kopf gesunken, währenddessen legte der Umsatz mit veganen und vegetarischen Produkten im LEH laut Nielsen im Vorjahr um satte 25 % auf 289 Mio. € zu. Herbeigeredet ist der Hype um vegetarische und vegane Ernährung definitiv nicht.
 
https://vebu.de
 
www.wiesenhof-gastroservice.de
 
www.lz-net.de
 
 
 



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