Backkongress 2015

Die Zukunft im Fokus

Beim Deutschen Backkongress 2015 in Wiesbaden steht der Weg in eine erfolgsversprechende Zukunft im Vordergrund. Gestern trafen sich am ersten Veranstaltungstag rund 140 Teilnehmer in den Kurhaus Kolonnaden und erhielten Einblick in Marktdaten und Praxisbeispiele. Stimmen der Referenten vom ersten Tag:

„Wir sind stark durch unsere südlichen Produkte, denn wir bieten Brezeln und Seelen – beides stellen wichtige Umsatzbringer dar. Die Backstationen im LEH bekommen das in dieser Qualität nicht hin“, erklärte Hannes Weber, Geschäftsleiter von Webers Backstube & Caféhaus und zeigte damit durchaus Mitleid mit seinen Kollegen aus dem Norden. Er ist bekannt aus der TV-Show ‘Lust auf Backen‘ und moderierte den ersten Kongresstag.

Dass fast jeder zweite Haushalt 2014 Backwaren beim Discount gekauft hat, berichtete Laura Kopka, Manager Consumer Panels der GfK. Zudem sind die verkauften Mengen an Brot- und Backwaren rückläufig. Jedoch sieht Kopka auch Chancen für Bäcker: „Die Qualitätsorientierung der Verbraucher gewinnt an Bedeutung.“ Deshalb rät sie, das Thema Qualität stärker zu spielen und auch auf hochwertige Zutaten zu achten.

Andreas Hackhofer, Backhaus Hackhofer aus Oberbozen erklärte: „Als Handwerker haben wir einen ganz großen Vorteil: Wir sind sehr flexibel, wenn wir mit so wenig Maschinen wie möglich in der Backstube arbeiten. Auch die Croissants formen wir per Hand. Die schauen dann zwar nicht alle gleich schön aus, aber was zählt, ist doch der Geschmack.“

„Wir dürfen nicht den Industriebetrieben den Takt vorgeben lassen“, sagte Gerboin Ludovic, Inhaber der Bäckerei Konditorei Chocolaterie Ways.

Azko Iimori, Geschäftsführerin AI Arts Iimori aus Frankfurt/Main: „ Mundpropaganda ist sehr, sehr wichtig. Unsere Gäste sind unser Marketingpersonal.“

Mathias Kollmann, Geschäftsführer/CEO, herzberger bäckerei: „Der Bio-Markt ist nicht zu unterschätzen. Mit Bio suchen sich die Vollsortimenter im LEH eine neue Positionierung im Vergleich zum Discount, wobei das Potenzial nicht in Vorkassen steckt, sondern in Backstationen auf der Fläche.“

Pascal-Manuel Müller, Sektorenleiter, Bäckerei, Manor/Schweiz: „Grund für Frontbaking: Es schafft Action am Point of Sale und macht Werbung für Handwerk. Aber man braucht disziplinierte Mitarbeiter.“

„Social Media sollte ein wesentlicher Teil des Unternehmens sein – und Chefsache“, so Christof Becker, Geschäftsführer CB Management. „Die Barrieren zwischen Smartphone, Kassensystem und sozialen Netzen werden aufgehoben“, ergänzte Dr. Klaus Holthausen, CTO und Gründer, Dr. Holthausen.

„Die Backbranche ist so kompliziert wie die Bankenbranche. Zahlen sind nicht alles, aber ohne geht auch nichts“, sagte Erik Struß, CSA Food & Beverages, Commerzbank.

Klemens Reif, Geschäftsführer, Naturlogistik: „Es gibt den Trend zu individuellen Ernährungsformen und Gesundheit wird der Markt der Zukunft.“

„Nach der Verkündung am 31. Oktober 2014, dass wir Deutschlands bester Bäcker sind, waren wir am nächsten Tag total ausverkauft. Sogar unsere Produkte vom Vortag haben wir losbekommen“, freute sich der Gewinner der gleichnamigen TV-Show Arno Simon.

Foto: Thomas Fedra

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