SFC Summit 2017

„Die schwierigste Art, Gastronomie zu betreiben“

Zum zweiten Mal fand der Streetfood-Summit in Nürnberg statt, knapp 300 Foodtrucker und Interessierte sind gekommen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und die Trends abzuschätzen.

Klaus P. Wünsch ist der Vater des Summits. Als Urgestein der Foodtrucker-Branche – schließlich hat er bereits Anfang 2013 Foodtrucks Deutschland gegründet, mit Facebook-Fanpage und seit einiger Zeit auch einer App – hat er dieses Format gemeinsam mit verschiedenen Partnern entwickelt, um der Branche eine Möglichkeit zu geben, sich über die wichtigsten Neuigkeiten zu informieren, aber auch um sich auszutauschen.

Das Programm war inhaltlich eine sinnvolle Mischung aus Inspiration, Ratschlägen, Ideen, Best Practice, Regeln und Vorschriften sowie der allgegenwärtigen Nachwuchsthematik. Die Organisatoren haben aber darauf verzichtet, die geladenen Redner in Vorträgen sprechen zu lassen, sondern haben sie in thematischen Blöcken gemeinsam auf die Bühne geholt. Moderation und Gesprächsführung lagen in den bewährten Händen von Stefanie Schmidts.

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Be-Merkenswerte Zitate des Tages:

„75 % unserer Cateringaufträge kommen von den Kunden des Mittagsgeschäfts“ – Dr. Melanie Linden von Goodman’s Burger Truck, Köln. 2013 gestartet, heute sechs Wagen, die 80 Standorte anfahren, 35 Mitarbeiter.

„Foodtrucking ist die schwierigste Art, Gastronomie zu betreiben, weil du so viele zusätzliche Unwägbarkeiten hast, wie die Verkehrssituation, die Autotechnik, Behörden, TÜV usw.“ und „Bleibt Euch treu, überschlagt Euch nicht, achtet aufs Produkt und stellt es Euch bitte nicht einfach vor.“ – Martin Ringler, Ringlers Ox-Truck, München. Vor fünf Jahren stationäres Konzept eröffnet, kurz danach zusätzlich einen Truck mit dem gleichen Angebot an Ochsenfetzen. Gestandener Gastronom, bei Stromberg gelernt.

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„2017 war eine durchwachsene Saison, der Markt muss und wird sich konsolidieren. Momentan gibt es in einigen Städten zu viele Foodtruck-Festivals, die Leute sind übersättigt und gehen natürlich nicht auf alle.“ – Miguel Ortega, Foodtruck RoundUp GmbH. Organisiert seit 2015 Foodtruck-Festivals ohne Streetfood-Stände, ausschließlich für Trucks.

„In den USA darfst Du etwas bis die Regierung sagt, Du darfst es nicht mehr. In Deutschland darfst Du erst etwas, wenn die Regierung gesagt hat, dass Du es darfst.“ und „Deutschland braucht dringend ein Dinerama wie London.“ – Andrea Fordyce, Masande, Rödermark.

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„Foodtrucker haben drei Standbeine, die sie alle drei brauchen und von denen sie keines jemals vernachlässigen dürfen: Mittagsgeschäft als regelmäßige Konstante, Catering und die Festivals.“ und „Foodtrucker brauchen neue Ideen, wo sie sich hinstellen können. Das ist keine Branche für Ellenbogen. Je mehr sich zusammentun und was Gemeinsames auf die Beine stellen, desto sinnvoller für alle.“ Klaus P. Wünsch

„Qualität in unserem Bereich heißt nicht, dass es lecker schmeckt. Das muss es sowieso und überall. Für uns geht es bei Qualität vorrangig um Sicherheit und um sauberen, professionellen Umgang mit den Lebensmitteln.“ und „Neid, Gier und Inkompetenz waren die Treiber in 2017 – das muss wieder anders werden.“ und „Streetfood kann nicht mit Convenience-Produkten gekocht werden. Die Qualität, die Frische müssen für die Gäste sicht- und erlebbar sein.“ – Ulf Tassilo Münch, Streetfood Guild.

„Die Goldgräberstimmung wie in dem Film ‚Kiss the cook‘ ist vorbei. Wer heute einsteigt, braucht einen guten Plan, genaue Produktkenntnisse, den unbedingten Wunsch nach ständiger Weiterbildung und idealerweise eine gute Idee, die es noch nicht so oft bei den Trucks gibt.“ Dr. Tim Faber, Foodtruck Radio / Kochblogradio

Auch in 2018 wird es wieder einen SFC Summit geben – der Termin wird nachgereicht.

https://streetfoodconvention.de/summit/

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