Dr. Ebertz’ Düsseldorf-Pläne

Der Kölner Hotel-Investor Dr. Herbert Ebertz will in Düsseldorf nicht nur mit dem Intercontinental an der KÖ, sondern auch mit einem Hotel im Hafen die Nische im Luxussegment füllen. Doch die Zeiten sind lausig und die Anleger verunsichert.

In einer der besten Lagen Düsseldorfs, an der Königsallee 59, wächst gegenwärtig ein Neubaukomplex heran, der ein fünf Sterne-Hotel Intercontinental (290 Zimmer), Büros, einen exklusiven Wellness-Club und eine öffentliche Tiefgarage beherbergen soll.

"Nach anfänglichen Hürden liegen wir voll im Plan", berichtete Dr. Herbert Ebertz auf einem Pressegespräch im benachbarten Görres-Gymnasium, "die Fertigstellung Ende 2004 ist gewährleistet."

Nicht ganz so flott gestaltet sich allerdings die Finanzierung des 168 Mio. Euro schweren Projektes, das von Ebertz im Rahmen eines geschlossenen Immobilienfonds realisiert wird.

Erst 30 Prozent der Anteile sind bislang gezeichnet. Das Objekt, als "Sachwertfonds 110" auf der Suche nach potenten Anlegern (Mindestbeteiligung: 250.000 Euro) laufe nur deshalb, weil die Stadtsparkasse Düsseldorf und die Kreissparkasse Köln die Vorfinanzierung übernommen haben.

"Trotz der Güte des Objektes ist die Situation im Moment nicht einfach", gestand Ebertz offen ein. "Die Kunden haben weniger Geld und sind durch die Steuerpolitik in Berlin verunsichert."

Auch die Schwierigkeiten der Dorint-Gruppe haben für Irritationen unter den Anlegern gesorgt. Nachdem Accor mit 26 Prozent bei der in Nöten steckenden Hotelgruppe eingestiegen ist, bleibt die Dorint AG an der KÖ allerdings im Geschäft - als Pächterin des Hotels. Der Pachtvertrag ist auf die Dauer von 20 Jahren mit Option abgeschlossen. Auf Basis eines Kooperationsvertrages sollen die Six Continents Hotels das Haus unter der Marke "Intercontinental" führen.



Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage hält der Kölner Hotel-Investor an den Plänen für ein weiteres Hotel-Projekt in Düsseldorf fest: Dem Neubau eines Kunsthotels im Hafen. "Wenn alle Anteile an der KÖ platziert sind, legen wir auf der Speditionsstraße los", verkündete Ebertz. Ob hier jedoch ein Dorint-Sofitel realisiert wird, wie der Kölner Immobilienentwickler es sich vorstellt, ist noch offen und hängt von der Zustimmung des neuen Aktionärs ab. Der Standort, so Ebertz, habe die Accor-Gruppe zwar begeistert, doch als nächstes stehen in Paris Verhandlungen über die nicht unbeträchtliche Höhe der Pacht an. "Da hat Accor eine eigene Unternehmensphilosophie", bekannte der Finanzier. Ebertz hofft bis Dezember auf eine Entscheidung.

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