Düsseldorf - Boom im Distrikt

Die Düsseldorfer Bürostadt Seestern hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Durch Zuzug von Firmen der Telekommunikation ist hier für die Hotellerie ein interessanter Nischenmarkt entstanden. Mit fünf Hotels und rund 2.000 Betten wird der Business District demnächst zum größten Bettenanbieter Düsseldorfs avancieren. Als das Drei-Sterne-Hotel Mercure im Oktober 1999 seine Pforten öffnete, freute es Accor-Regionaldirektor Armin Schauer sichtlich, "in einer sehr innovativen Ecke von Düsseldorf" an den Start zu gehen. Damit meinte er nicht etwa den derzeit so angesagten Medienhafen, sondern das Gewerbegebiet auf der linken Rheinseite, dessen neuester Teil unmittelbar an der Hauptverkehrsader A 52 / B 7 liegt. Durch den Zuzug junger High Tec- Firmen, allen voran Mannesmann Mobilfunk (ca. 58.000 qm Bürofläche) und Ericsson (ca. 33.000 qm Bürofläche), hat sich der Seestern zu einer Hochburg der Telekommunikation entwickelt. Zahlreiche Baukräne dokumentieren, dass dem Expansionsdrang der prosperierenden Branche noch kein Ende gesetzt ist. Seit 1996 erschließt die North Property Consulting GmbH (NPC) den neuen Stadtteil "Neues Zentrum Seestern" mit insgesamt 80.000 qm Bürofläche. Im Auftrag von Accor brachte die Gruppe hier nicht nur das Mercure-Hotel auf den Weg, sondern baut derzeit auch ein Novotel (200 Zimmer), das im Herbst 2001 eröffnen soll. Parallel dazu wächst ganz in der Nähe der Cubus-Komplex der Köllmann-Gruppe (15.000 qm Bürofläche) mit integriertem Inn Side- Hotel (126 Zimmer, Eröffnung: 2/2001) aus dem Boden. Den Zuzug von Mercure konnten die Matadore nach eigenem Bekunden noch gut verkraften. Die am Seestern vertretenen Unternehmen sorgen mit ihrer Nachfrage nach Übernachtungen für eine solide Grundauslastung der Hotels. "Über Rahmenverträge werden aus diesem Segment ca. 30-40 Prozent des gesamten Übernachtungsaufkommens generiert. Die Firmenpreise liegen - je nach vereinbartem Volumen - bei durchschnittlich 170-180 DM Verkaufspreis pro Zimmer", heißt es in einer aktuellen Horwath-Studie über den Seestern. Ein zweites, keinesfalls unwichtiges Standbein ist für die Hoteliers das Messegeschäft, vor allem in diesem Jahr sorgte Düsseldorfs "Supermesse" Drupa überall für zufriedene Gesichter. Nach Angaben von Inn Side beläuft sich das gesamte Übernachtungspotential am Seestern auf insgesamt 120.000 Roomnights jährlich. Horwath schätzt das Aufkommen weitaus höher ein und spricht von rund 160.000 Roomnights pro Jahr. Horwath spricht von rund 167.000 Roomnights. Aufgeschlüsselt entfielen etwa 75.000 davon auf den lokalen Firmenkundenmarkt, 60.000 auf das Messegeschäft, 24.000 auf den Tagungsbereich und 8.000 auf das Crewgeschäft. (Ulla Dammer)


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