EU vereint Fußballfans und Feinschmecker

Sportlich gesehen verbindet König Fußball derzeit die europäischen Nationen. Kulinarisch betrachtet vereint der EU-Schutz für Lebensmittel und Agrarerzeugnisse die Länder der EU. Die Gemüsebauern der Insel Reichenau haben beides miteinander verknüpft. Das Ergebnis: Rund 11.000 Köpfe roter und grüner Salate bilden einen überdimensionalen Salatfußball mit einem Durchmesser von rund 30 Metern. Die Salate von der Bodensee-Insel stehen - ebenso wie Reichenauer Tomaten und Gurken - seit Anfang des Jahres unter EU-Schutz. Insgesamt sind derzeit 42 Produkte aus Deutschlands Regionen als geschützte geografische Angabe oder geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen. Für zahlreiche weitere Lebensmittel wurde der Schutz beantragt. Seit Beginn dieses Jahres ist hier reichlich Bewegung im Spiel. In der Fußballsprache ausgedrückt befinden sich Wilstermarschkäse, Holsteiner Lederkäse und Holsteiner Tilsiter sowie Zoigl und Fränkisches Hiffenmark noch in der Qualifikation. Für diese Produkte wurde 2008 ein Antrag beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) gestellt - der erste amtliche Schritt zum EU-Schutz. Die Vorrunde neu erreicht haben in diesem Jahr Schwäbische Spätzle, Düsseldorfer Senf und Düsseldorfer Senf Mittelscharf, Hofer Rindfleischwurst, Erfurter Schittchen sowie Frankfurter Grüne Soße. Die Anträge für diese Produktbezeichnungen wurden im Markenblatt des DPMA veröffentlicht. Für die Bezeichnungen Westfälischer Knochenschinken, Aischgründer Karpfen und Märkische Hotte wurden an gleicher Stelle bereits die positiven Entscheidungen des DPMA veröffentlicht. In die Finalrunde eingetreten sind Dresdner Christstollen, Göttinger Stracke, Franken-Karpfen und Schrobenhauser Spargel, deren Anträge bereits an die Europäische Kommission weitergeleitet wurden. Rund 780 Produkte aus 21 EU-Staaten genießen derzeit den EU-Schutz. Für die Italiener und Franzosen mag es ein Trost sein, dass sie mit 171 bzw. 157 eingetragen Lebensmitteln zumindest kulinarisch Europameister und Vizeeuropameister sind. In puncto Fußball hat Deutschland ihnen gegenüber derzeit allerdings die Nase vorn. Angesichts der steigenden Zahl an Anträgen und Eintragungsverfahren könnte Deutschland aber auch in Sachen EU-Schutz ein ernstzunehmender Titel-Aspirant werden. Auf der Insel Reichenau wird das EM-Finale jedenfalls vitaminreich gefeiert: Pünktlich zum Endspiel wird der überdimensionale Fußball geerntet. www.cam-marketing.de


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