Education Schulmilch - Wege aus der Krise

Milch und Milchprodukte sind wichtig für eine ausgewogene Kinderernährung. Die Europäische Union bezuschusst deshalb schon seit über 30 Jahren den Milchabsatz in Kindergärten und Schulen. Das EU-Schulmilchprogramm erfüllt damit auch eine erzieherische Funktion, denn es fördert die Entwicklung guter Ernährungsgewohnheiten, die hoffentlich möglichst lange erhalten bleiben.
Die Zuschüsse sind jedoch mehrfach gekürzt worden, von vormals etwa 40 Cent auf derzeit rund 18 Cent je Kilogramm Milch. Seitdem ist der Absatz stark gesunken. Das Bundesernährungsministerium führt den Rückgang von Schulmilch neben der Höhe der Beihilfe auch auf organisatorische Probleme, eine wenig attraktive Produktpalette und ein zu geringes Bewusstsein für den gesundheitlichen Beitrag von Milch zurück. Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen werden die genauen Hintergründe für den Rückgang im Rahmen der Untersuchung "Schulmilch im Fokus" derzeit erforscht. Die Ergebnisse werden für Ende 2010 erwartet. Bereits jetzt zeigt sich, dass das Milchangebot bei vielen Schülerinnen und Schülern sehr wohl beliebt ist und dass bei einem engagierten Einsatz aller Beteiligten - von Molkerei über Verwaltungsbehörden bis hin zum Schulpersonal - ein deutlicher Zuspruch und hohe Steigerungsraten zu erzielen sind. Die Untersuchung hat bisher unter anderem gezeigt, dass Kinder das Angebot dann gerne annehmen, wenn die Milch möglichst einfach zu bekommen ist.

Hessens Landesregierung zahlt als einziges Bundesland eine eigene Landesbeihilfe zusätzlich zur EU-Förderung. Trotzdem bieten nach Aussage des Hessischen Landwirtschaftsministeriums derzeit nur ein Viertel der hessischen Schulen Schulmilch an. Mit Frischmilchautomaten will Hessen nun den Absatz ankurbeln. Der erste Automat wurde im Rahmen eines Pilotprojekts im Juni 2010 an der Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld eingeweiht.

(aid)


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