Frankfurt

Einfach mal gut im Palais essen gehen

Die EMGEG-Köpfe Sadi Sanlav und Mo Rahimi, in Frankfurt und darüber hinaus bekannt für ihr vielgestaltiges Gastro-Portfolio von Druckwasserwerk und Weidenhof bis Harvey's, Little Italy und Dunkin' Donuts,  feiern heute die Eröffnung ihres jüngsten Coups, des Thurn 'n Taxis (TnT) im gleichnamigen Palais in der Frankfurter Innenstadt. Café Future durfte schon einmal hinter die Kulissen lugen.
Direkt neben der Hauptwache im Herzen Frankfurts liegt das Thurn-und-Taxis-Palais: Ein ehrwürdiges, denkmalgeschütztes Gebäude, das 1739 fertig erbaut und 1944 komplett zerstört worden war. Seit der Rekonstruktion 2009 ist es eine gastronomisch genutzte Fläche. „Wir hatten uns schon vor acht Jahren direkt dafür interessiert, sind dann aber in letzter Sekunde beim Mietpreis überboten worden“, erzählt Sadi Sanlav. Nun hat es im zweiten Anlauf doch geklappt: Über sechs Monate und „eine siebenstellige Investitionssumme“ hat das Duo in Ausbau und Einrichtung des nun schlicht TnT genannten Restaurants gesteckt.

Neben dem prächtigen Gebäude ist das zweite markante Merkmal der Location die Aufteilung in verschiedene Räume: das Restaurant mit 75 Sitzplätzen, die Bibliothek im ersten Stock (70), das Bistro (35) und die Bar mit 25 Plätzen. Und dann ist da noch der Kuppelsaal, etwa für Hochzeiten oder ähnliches ein festlicher Rahmen für 50 bis 60 Gäste. „Wir sind gerade mit der Stadt Frankfurt in Gesprächen für ein Standesamt im Kuppelsaal“, berichtet Sanlav schmunzelnd.

Die Küche

„Wir führen im TnT das fort, was wir all die Jahre verfolgen: Klassische deutsche gutbürgerliche Küche auf die nächste Ebene zu bringen, ohne abzuheben“, fasst Sanlav das Konzept zusammen. „Wir sind sehr fleischlastig mit einer großen Steakkarte sowie einer ansehnlichen Auswahl an klassischen Sonntagsbraten. Man kann sonntags überall brunchen gehen – aber wo konnte man bisher an diesem Tag mit der Mutter oder der Familie schön zu Mittag essen, mitten in Frankfurt?“ Dass auch vegetarische und vegane Speisen zu haben sind, versteht sich.

Küchenchef Philipp Wiese, ebenfalls ein langjähriges EMGEG-Gewächs, verzichtet vollständig auf Convenience- und vorgefertigte Produkte und kauft nach Möglichkeit regional ein. „Die feste Karte halten wir bewusst klein, um sie mit einer größeren Wochenkarte zu ergänzen, in die dann auch das ganze saisonale Angebot fällt“, so Wiese.

Die Einrichtung

Sanlav und Rahimi haben wie in den meisten ihrer Objekte die Inneneinrichtung wieder komplett selbst entworfen und zusammengestellt. Dafür haben sie sich in ganz Europa Inspirationen geholt und eine Innenarchitektin um abschließenden Rat gefragt. Herausgekommen ist ein geschmackvoller Mix, der edel, aber nicht abgehoben wirkt. „Wir denken immer langfristig – wir müssen jetzt so bauen und designen, dass es auch in 20 Jahren noch schön ist“, so Rahimi. Entsprechend langlebige Materialien haben die beiden gesucht, ob es nun die Bartheke aus abschleifbarem Corian ist, die schweren Metalltische oder die flauschigen, aber extrem abriebfesten Polsterbezüge. Das Büchermotiv zieht sich von der Bibliothek über die Treppe bis in die Bar. Den Weg in diese weist ein 5 m hohes Weinregal – hinter der Theke stehen im Spirituosenregal wiederum einige Bücher. Auf dem Weg zur Bar passiert man den Bistro-Bereich, der bewusst offen gehalten ist, „um die Hemmschwelle der Passanten zu senken. Das Gebäude ist schon sehr hochherrschaftlich, wir wollten auf einen Blick erkennbar machen, dass man hier auch einfach einen Kaffee trinken und unserem Patissier bei der Arbeit zuschauen kann“, so Sanlav.

Die Eckdaten

210 Sitzplätze. Geöffnet an 365 Tagen im Jahr bis 1 Uhr morgens, die Bar bis 3 Uhr morgens. Ab 23 Uhr darf dort geraucht werden. Tageskarte bis 17 Uhr, dann die Abendkarte, ab 18 Uhr zusätzlich die Empfehlungskarte. Betriebsleiter ist Stephan Prinz, der die letzten vier Jahre in der Frankfurter Gerbermühle gearbeitet hat.

Blick in die nahe Zukunft

Heute Abend ist die große Eröffnungsparty, am Pfingstmontag dann die offizielle Eröffnung. Sobald alles rund läuft, soll ein Mittagstisch eingeführt werden mit einer schmaleren Karte sowie vier Quick-Lunch-Gerichten. Beim Abendgeschäft wird es die eine oder andere Überraschung geben, die man aber nicht mit einem festen Eventkalender planen oder gar bewerben will. Wer dort speist, kann also das Glück haben, dass eine Pianistin am Flügel sitzt, ein Saxophonist verträumte Töne produziert, ein Zauberer Kaninchen verschwinden lässt oder ein Comedian Witze erzählt.

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