Einstein Coffee Shop AG insolvent

Am Freitag, 16. August 2002, hat die Berliner Kaffeebar-Kette Einstein Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 9 Läden, nicht betroffen sind die Kaffeehäuser Einstein an der Kurfürstenstraße und Unter den Linden. Der Unternehmer Wilhelm Andraschko: "Wir sind mit der Finanzierung immer weiter nach hinten geraten. Was uns fehlt, ist ein Investor. Die Konsumstimmung in Berlin hat sich in den letzten 12 Monaten rapide verschlechtert. Als wir die 9 Shops (aktuell stärkste Standorte: Friedrichstraße, Gendarmenmarkt, Schlüterstraße) zwischen 1999 und 2001 aufbauten, herrschte in der Stadt ein völlig anderes Klima. Die Hauptstadt befindet sich heute in einer wirtschaftlich dramatischen Situation (Kaufkraft sinkt und sinkt. 30 % aller Büroflächen der Friedrichstraße stehen leer. Die IT-Firmen kippen reihenweise weg usw.). Ich will die Schuld nicht abschieben - wir haben Fehler gemacht, aber Einstein ist einer unter vielen Insolvenzfällen." "Großes Problem: Wir haben praktisch alle unsere Standorte in einer Zeit angemietet, als die Telefonshops jede Summe bezahlten - da mussten wir mit den Preisen mit. Heute ist die Mietflächensituation entspannt. Unsere Lagen kosten fürs aktuell erzielbare Geschäft zu viel Geld. Der Knackpunkt ist weniger die zu schnelle Expansion - eine Filialkette braucht eine gewisse Größe, um auch schnell die Gewinnschwelle zu erreichen. Es ist vor allem die negative Wirtschaftsentwicklung von Berlin. Auch dass sich in Berlin-Mitte zwischenzeitlich viele Kaffeebars tummeln, spielt dabei kaum eine Rolle." Die Arbeitsplätze der 20 fest angestellten Mitarbeiter und etwa 60 Aushilfen sind vorläufig gesichert. Der Betrieb in allen Shops läuft weiter. Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist voraussichtlich Ende September. Insolvenzverwalter: Dr. Schulte-Kaubrügge. Andraschko hofft nach wie vor auf neues, weiteres Kapital.


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