Bäckerhandwerk

Erneut stark im Außer-Haus-Markt

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks präsentierte anlässlich seiner Bilanzpressekonferenz in Berlin aktuelle Marktdaten für die Branche. Demnach hat sich die backende Zunft mit knapp 59 kg Brot- und Backwarenkonsum je Haushalt im Jahr 2014 trotz Konkurrenzdruck, Kostenbelastung und ausufernder Bürokratie am Markt gut behaupten können. Im Segment Quickservice-Restaurants wird ein Plus von 1,3 % auf 1,013 Mrd. Besucher gemeldet.
Damit sei das Bäckerhandwerk mit seinen 12.611 Betrieben in Deutschland (Stand 31.12.2014) aktueller "Spitzenreiter" im Quickservice-Segment. Die Umsätze in diesem Sektor seien um 0,34 % gestiegen.

Besonders bei jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren sei der Snack beim Bäcker außerordentlich beliebt. Aktuellen Umfragen zufolge zieht es 67 % dieser Zielgruppe regelmäßig dorthin, der klassischen Bäckerei mit (Theken-)Bedienung werde demnach der Vorzug vor SB-Restaurants gegeben. Für Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. (ZV), ein Signal, „dass sich auch und gerade bei der jungen Zielgruppe ein Gefühl für Qualität und gute Nahrungsmittel einstellt.“

Auf der Bilanzpressekonferenz informierte Becker über die wichtigsten Eckdaten für die Branche. Bei wieder etwas stärker als im Vorjahr auf 13,52 Mrd. € (netto) gestiegenem Jahresumsatz (2013: 13,18 Mrd. €) sank die Zahl der Betriebe um 3,6 %.

Dies sei jedoch kein Indiz für ein deutschlandweites Bäckersterben, beruhigte der ZV-Präsident, sondern Ausdruck des anhaltenden Konzentrationsprozesses wie in anderen Branchen auch.

Im Lauf der vergangenen zehn Jahre ist der Durchschnitts-Jahresumsatz pro Betrieb von 710.000 € stetig auf jetzt 1,072 Mio. € gestiegen. Die Premium-Strategie mit Produktvielfalt in höchster Handwerksqualität habe sich für die Bäckereien als ein erfolgreiches Instrument im Preiswettbewerb mit den Discountern erwiesen, so das Fazit.

Angesichts der Realitäten auf dem deutschen Back-Markt, die mit handwerklicher Produktion oftmals wenig zu tun hätten, fordert der Zentralverband den Schutz des Begriffes Bäckerei – um dem Verbraucher einen Anhalt zur Unterscheidung klassischer Handwerksbetriebe von der industriell geprägten Praxis in Supermärkten, Kiosken, Tankstellen und bei sonstigen "Aufbäckern" zu geben.

Es gehe sowohl um den Schutz der Verbraucher vor Irreführung als auch des Bäckers und seiner Betriebe vor "Trittbrettfahrern", erläuterte Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Bäcker-Verbandes, das ambitionierte Anliegen.

Parallel dazu hat der Zentralverband Anfang Mai eine groß angelegte Verbraucherkampagne gestartet. Nebst einer TV-Werbekampagne wurde ein Online-Magazin für Verbraucher lanciert (www.innungsbaecker.de). Zusammen mit dem Zusatz 'Deutsche Innungsbäcker' will die Neuauflage des traditionellen Bäcker-Wappens zugleich dem Verbraucher künftig eine klare Orientierung im Wettbewerb mit Discounter-Backwaren, Back-Shops und SB-Bäckern zu bieten.

www.innungsbaecker.de

www.baeckerhandwerk.de




stats