Chancengipfel 2016

Es gibt viel zu tun

Fünf Verbände luden zum 1. Chancengipfel ein, um mit 200 Fachleuten über die Herausforderungen bei der Gewinnung und Qualifizierung von Mitarbeitern zu diskutieren. Die Branche will mehr Aufklärungsarbeit leisten, um für junge Menschen attraktive berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

Die Probleme sind während des Berliner Gipfeltreffens, das Burkart Schmid, Chefredakteur der gv-praxis, moderierte, zur Sprache gekommen: Die Anforderungen  der Fachhändler und Fachplaner werden immer komplexer, aber der dringend gesuchte Nachwuchs kommt meist nur aus den eigenen Reihen. Um das Problem kraftvoll anzugehen und zu diskutieren, waren sich die Initiatoren selten so einig: Es muss etwas passieren. Eingeladen hatten der FCSI (Foodservice Consultant Society International), der GGKA (Fachverband Gastronomie- Großküchenausstattung e.V.), der HKI (Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V.), der VdF (Verband der Fachplaner Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung e.V.) sowie der VGG (Verband der Hersteller gewerblicher Geschirrspülmaschinen e.V.). Auch das Interesse des Fachhandels war groß, so hatten die Händlergruppen GTEG, GV Profi und Pentagast den Chancengipfel zum Bestandteil ihrer Herbsttagungen gemacht.

Zum Auftakt zeigte Ingrid Hartges, Hautpgeschäftsführerin Dehoga Bundesverband, die Nachwuchsprobleme im Gastgewerbe auf. Beim Kochberuf halbierte sich die Zahl der Ausbildungsverträge von 18.000 in 2007 auf 8.872 in 2015. Und es gebe auch noch eine 25 prozentige Abbruchquote. Von der Abwanderungsquote nach Prüfung in andere Branchen ganz zu schweigen. Um so mehr bot die Dehoga-Fachfrau den Schulterschluss an. "Wir sitzen in einem Boot.“  Frank Wagner, FCSI-Präsident, knüpfte nahtlos an: "Früher hatten wir noch Abbrecher der Kochlehre, die wir umschulten, heute funktioniert aus das nicht mehr." Und auch den seit einigen Jahren eingerichteten zwei Hochschul-Studiengängen - Life-Cycle-Catering mit Bachelor-Abschluss in Fulda und Facility-Services mit Master-Abschluss in Albstadt-Sigmaringen - fehlt die breite Resonanz. Rudolf Lacher, GGKA-Vorsitzender: „Das wir jetzt so wenig Bewerber haben, ist nicht akzeptabel.“

Mehr gemeinsame Aktivitäten

Es braucht mehr gemeinsame Anstrengungen, um das Bildungsangebot einer interessanten und zukunftssicheren Branche (Gastronomieausstattung, Fachplanung + Co.) nach draußen zu den Entscheidern und Multiplikatoren zu tragen, waren sich alle Verantwortlichen einig. Spätestens bei der nächsten gemeinsamen Vorstandssitzung aller beteiligten Verbände im November, sollen die in Berlin angedachten Maßnahmen, wie z. B. eine gemeinsame Plattform für die Bildungsangebote, besprochen werden. Der Handlungsbedarf ist groß.

www.vdf-planerkarriere.de




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