European Catering Association tagte in Wien

Wenn es nach ihm ginge, dürften die Küchenmanager Wok und Rührkelle gar nicht mehr aus der Hand legen. Schließlich ist die Hinwendung zu asiatischen Lebensweisen ein so genannter Megatrend. Sagt Trendforscher Matthias Horx, der kürzlich in Wien einen Blick in die Zukunft erlaubte. Das mit dem Asiatischen sollte aber nicht so eng gesehen werden, schließlich liegt auch Regionalisierung im Trend. Und generell ist auch die Frau an sich ein Megatrend. „Das Ernährungsverhalten verweiblicht“, so Horx. Der KGS Catering Österreich war Organisator der diesjährigen Konferenz der European Catering Association ECA in Wien zu organisieren. Unter dem Motto „Culinary Visions – Vision Essen“ versuchte man einen Nachmittag lang, den Vorhang vor der Zukunft ein wenig zu lüften. Neben Trendforscher Matthias Horx referierten auch auch Georg Berner, Vice-President Siemens AG, Fredrik Nauckhoff, Nestlé AG, Burkart Schmid, gv-praxis und der Psychotherapeut und Theologe Arnold Mettnitzer. Horx und Berner riskierten einen recht weiten Blick in die Zukunft. So versprach der Zukunftsforscher die Etablierung von „High Class Fastfood“, „Brain Food“ oder „Moral Food“. Soll heißen, die Qualität der Lebensmittel steigt auch im Convenience-Bereich weiter an, die Herkunft der Rohstoffe wird immer wichtiger und der moralische Aspekt einer Speise nimmt zu. Als Beispiel diente etwa Fair Trade-Kaffee, in dessen Anbaugebiet auch noch eine seltene Vogelart geschützt wird. Für Georg Berner ändert vor allem die technische Revolution das Ernährungsverhalten. Arbeit und Freizeit wachsen dank neuer Technologien noch stärker zusammen. Die ständige Verfügbarkeit von Informationen wird so auch die ständige Verfügbarkeit von Essensmöglichkeiten erfordern, da fixe Tagesabläufe bald Vergangenheit sind. Das bestätigte auch Burkart Schmid, Chefredakteur gv-praxis, im Rahmen seiner Analyse des europäischen Cateringmarktes. „Die Arbeit strukturiert die Essenszeiten“, redete er den versammelten europäischen Caterern ins Gewissen, „die Ausgabe zwischen 12.00 und 14.00 Uhr funktioniert so nicht mehr.“ Auch seien flexiblere Formen und neue Gerichte gefragt, denn „die McDonald’s-Generation ist längst im Betriebsrestaurant angekommen“. Punkten könne die Gemeinschaftsgastronomie künftig vor allem mit Variabilität, Erlebnis und einem hohen Frischimage. In der GV ortet Schmid den Trend zur Zentralisierung und zum Küchen-Sharing. Essen werde zunehmend zu einer Sache für alle Sinne, postulierte Nestlé-Mann Fredrik Nauckhoff. Das Besondere werde gesucht, der kleine Luxus im Alltag. Gesucht würden Nahrungsmittel, die nicht für jedermann erreichbar bzw. leistbar seien. Wert und Qualität würden wieder nachgefragt, Natürlichkeit sei Trumpf.

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