ciao bella

Exklusiv-Interview mit Gustoso-Geschäftsführer

Vor wenigen Wochen ist die Gustoso Gruppe, München, mehrheitlich bei der italienischen Restaurantkette ciao bella eingestiegen. Café Future sprach mit Dr. Theodor Ackbarow, Geschäftsführer der Systemgastronomiegruppe Gustoso, über den Übernahme-Prozess und die ersten gemeinsamen Schritte.  

Navid und Omid Saidi haben ciao bella 2006 in Hamburg gegründet und zu einem deutschlandweit agierenden Franchiseunternehmen entwickelt. Frische Pasta, italienische Saucen und hausgemachte Pizza für den Vor-Ort-Verzehr oder als 'to-go'-Version sind die Kernprodukte. Das bisher verkehrsgastronomisch orientierte Konzept machte pro Standort zwischen 300.000 und 1 Mio. € Jahresumsatz und eröffnete 2017 das 30. Restaurant. Navid Saidi, der in der Geschäftsführung bleiben wird, blickt voraus: „Längerfristig sehen wir unsere Marke in dem jetzigen Format in über 600 Standorten in Deutschland, wovon wir planen, 20-40 % in den nächsten Jahren zu realisieren.“
Die Systemgastronomiegruppe Gustoso Gruppe wurde 2015 von Dr. Theodor Ackbarow und Auctus Capital Partners ins Leben gerufen und betreibt eigene Restaurants unter mehreren Marken: Cotidiano, Sushi.Wrap und nun ciao bella. Bis Ende 2017 wird die Gustoso Gruppe mit allen drei Marken an insgesamt rund 50 Standorten deutschlandweit vertreten sein.

Cafe Future: Wie viele ciao-bella-Betriebe betreiben Sie als Franchise, wie viele in Eigenregie?

Ackbarow: ciao bella besteht aktuell aus 27 Franchise- und fünf Eigenbetrieben.

Wie viele ciao-bella-Standorte gibt es Stand heute genau?

Aktuell haben wir 32 Standorte in Deutschland. Sollte es keine baulichen Verzögerungen geben, werden bis zum Jahresende noch fünf weitere eröffnet, davon drei in Eigenregie.

Wie wurde die Übernahme durch Gustoso den Franchise-Partnern kommuniziert und wie haben sie es aufgenommen?

Zum einen haben die Geschäftsführer mit einem Schreiben über den Vollzug der Transaktion informiert. Außerdem gab es zahlreiche persönliche Treffen sowie Telefongespräche, um das Thema möglichst vielen Partnern direkt und persönlich zu kommunizieren.
Die Reaktion der Franchisenehmer war durchweg positiv. Die Übernahme ist für sie ausschließlich von Vorteil, zumal auch deren vertraute Ansprechpartner – Gründer Navid Saidi und Iman Khosravi als operativer Leiter – weiterhin an Bord sind. Somit ist das ciao-bella-Management auch in Zukunft die erste Anlaufstelle. Wir bleiben gegenüber den Franchisenehmern eher im Hintergrund.
Die Vorteile für die Franchisepartner liegen auf der Hand: Wir werden auch zukünftig verstärkt in die Wertigkeit und die Bekanntheit von ciao bella investieren und die Marke weiter deutschlandweit ausrollen. Dies wird sicherlich auch zu Umsatzzuwächsen bei den bereits bestehenden Flächen führen und somit einen direkten Benefit für die Franchisenehmer darstellen.

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Es sind ja bis Ende 2019 30 weitere Filialen bereits unterzeichnet oder in Endverhandlungen – hat die Übernahme durch Gustoso daran irgendetwas verändert? Sind vielleicht sogar Partner deshalb abgesprungen?

Das Gegenteil ist der Fall. Seitdem die Zusammenarbeit bekannt wurde, konnten wir einen deutlichen Anstieg an Lizenzinteressenten vermerken. Mit ciao bella und Gustoso haben zwei Partner zusammengefunden, die sich perfekt ergänzen und nun gemeinsam weiter wachsen. Wir werden das Expansionstempo tendenziell weiter steigern. ciao bella hat sich bisher dadurch hervorgehoben, dass das Unternehmen bzw. die Unternehmer bei der Entscheidungsfindung als auch in der Umsetzung sehr schnell sind. Wir wollen diese Geschwindigkeit bei zunehmender Größe wahren.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Inhaber Navid Saidi und dem operativen Leiter Iman Khosravi? Teilen Sie die gleiche Denke, die gleichen Ideale oder prallen Welten aufeinander?

Sowohl für uns als auch für die Gründer ist es zum einen entscheidend, dass die Chemie stimmt und zum anderen, dass man die gleiche Zukunftsvision hat. Beides ist bei uns der Fall. Anderenfalls wären wir jetzt nicht Gesellschafter.
Wir stehen den Gründern mit Rat und Tat zur Seite, sodass sie sich auf ihre Stärken konzentrieren können, wie Expansion, Franchisenehmergewinnung, Aufbau von Kooperationen, Eröffnungen und den operativen Betrieb. Wir ergänzen sie in den anderen Bereichen. Dazu gehören mitunter die Neuorganisation des Backoffice mit den Schwerpunktbereichen Recruiting, HR, IT und die Einführung von Controlling- und Reportingstrukturen. Darüber hinaus kümmern wir uns um die Finanzierung und unterstützen die Gründer im strategischen Findungs- und Entwicklungsprozess im Bereich Markenaufbau und Digitalisierung. Im nächsten Jahr werden wir auch den Einkauf mit der Gustoso-Gruppe zusammenlegen. Dadurch entsteht für alle eine Win-Win-Situation.

Sie sagten in einem anderen Gespräch: „Die weitere Professionalisierung der Marke bleibt unser primäres Anliegen“. Was genau verstehen Sie darunter? Welche Schritte sind zu gehen, wurden vielleicht bereits angegangen und stehen als nächstes an?

Wie schon angedeutet, soll ciao bella mit dem Wachstumskurs weiterhin schnell und schlagkräftig bleiben. Das funktioniert, indem alle Prozesse (Expansion, Recruiting, Eröffnungen, Franchisenehmergewinnung etc.) weiter entwickelt und an vielen Stellen digitalisiert werden. Außerdem bauen wir die Marke ciao bella weiter aus. Mit dem Projekt 'ciao bella d’oro' führen wir mit einem der nächsten Openings ein hochwertigeres ciao-bella-Format ein, welches das italienische Lebensgefühl, die Authentizität und die Frischegarantie noch besser kommuniziert und insbesondere in Centern die Aufenthaltsqualität der Gäste steigert. Darüber hinaus werden im nächsten Jahr die gesamte Customer Journey und damit alle Berührungspunkte zwischen Gast und Marke analysiert und weiter verbessert.

An der Ausrichtung als Verkehrsgastronomie (Bahnhöfe, Shopping Malls, Flughäfen) wird sich nichts ändern, also keine Pläne beispielsweise in Richtung Innenstädte oder Stand-alones o.ä.?

Die Verkehrsgastronomie ist das Brot-und-Butter-Geschäft von ciao bella. Dieses werden wir im ersten Schritt stärken. Um eine nationale Marke zu verankern, sind aber auch Innenstadtlagen relevant, die wir mit unserer Mischung aus Quick Service und Full Service sicherlich gut bedienen können. Von unseren anderen Konzepten, allen voran Cotidiano, wissen wir jedoch, dass Innenstadtlagen ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Darauf wollen wir uns im nächsten Schritt erst einmal vorbereiten.

Dr. Ackbarow, vielen Dank für das Gespräch!

www.gustoso-gruppe.de




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