Flebbe/Astor-Kino eröffnet in Frankfurt

Parkservice, Türsteher, Garderobe und Begrüßungs-Cocktail – so beginnt ein Kinoabend in den Premiumhäusern des ehemaligen Cinemaxx-Chefs Hans-Joachim Flebbe. Statt Popcorn und Nachos gibt es im Kinosaal Antipasti und regionale Spezialitäten. Das dritte Haus der Edel-Kette Astor wird im Oktober in Frankfurt eröffnen.
 
„Eine Kette sind wir eigentlich nicht, eher ein Collier“, sagt Markus Raab, Director F&B and Operations der Flebbe Kino Holding, schmunzelnd. Seit dem erfolgreichen Start der ersten Astor Film Lounge in Berlin im Jahr 2008, ist Gründer Hans-Joachim Flebbe auf der Suche nach neuen Juwelen. Im März dieses Jahres feierte er mit der Residenz am Kaiser-Wilhelm-Ring in Köln die Eröffnung des zweiten Standorts – wie in Berlin in einem historischen, aufwändig renovierten Lichtspielhaus. In Frankfurt hingegen zieht man in den Räumlichkeiten des ehemaligen IMax-Kinos in der Zeilgalerie. Drei weitere Standorte sind für dieses und nächstes Jahr noch in der Pipeline.
 
Das Serviceangebot und die Filmauswahl, die Raab als Mischung aus gutem Arthouse-Kino und gehobenem Mainstream beschreibt, lockt die Generation 30 plus. Auch viele „Kinoentwöhnte“, die jahrelang gar kein Kino mehr besucht hätten, kämen jetzt ins Astor. Mit 70.000 Besuchern ist der erste Standort in Berlin 2008 gestartet. 2011 waren es 85.000 und 2012 ist man auf Kurs, die 100.000-Marke zu knacken – mit einem Saal á 230 Plätzen. Das Jahresziel für Köln mit seinen drei Kinoräumen liegt bei 150.000 Besuchern für 2013. Frankfurt wird der kleinste der drei bisherigen Standorte sein.
 
Als Flebbe, unter dessen Führung Cinemaxx in den 90er Jahren das Multiplex-Konzept in deutschen Innenstädten etablierte, sein jüngstes Kino-Projekt aus der Taufe hob, wollte er ein „Kino ohne Kompromisse“ schaffen. Für den Hamburger Unternehmer heißt dies: Keine Parkplatzsuche, keine Warteschlangen an den Kassen, keine zerknautschten Jacken und kein aufdringlicher Nacho-Chips-Geruch. Zwölf Mitarbeiter sind an einem regulären Kinoabend im Astor Berlin für die maximal 230 Gäste im Einsatz: im Valet Parking, an der Tür, Garderobe, Cocktailempfang, Kasse, Tresen, im Saal-Service und Küche. Das Kinoerlebnis de Luxe ist ab 16 € erhältlich. Dafür gibt es zusätzlich zum Sitzplatz im bequemen Ledersessel auch einen Begrüßungscocktail.
 
Die weitere kulinarische Versorgung kostet extra. Etwa eine halbe Stunde vor Filmstart beginnt der Service im Kinosaal und endet sobald der Hauptfilm anläuft. Während Flebbe die Gastronomie in Berlin selbst betreibt, ist in Köln die Cölner Hofbräu mit cölncuisine mit an Bord. Auf der Karte stehen in beiden Städten kleine Snacks und gemischte Teller (wahlweise mit mediterranen, italienischen oder asiatischen Häppchen) zwischen 4,50 und 12,50 €. In Berlin dürfen zudem Buletten, in Köln der Halve Hahn nicht fehlen. Popcorn, Nachos, Gummibärchen und Soft Drinks im XL-Becher sucht man hingegen vergeblich.
 
Zum Knabbern und Naschen gibt es schokolierte Nüsse, Premium-Riegel und Häagen Dazs. Vor allem mit dem Eis-Verkauf ist man sehr zufrieden. 4.500 Häagen Dazs-Cups gingen 2011 im Berliner Kino über den Tresen. Insgesamt liegt der Durchschnittsbon in den Kinos derzeit bei 6-7 €. „Durchaus noch steigerungsfähig“, räumt Raab ein. „Aber wenn man dem ankommenden Gast gleich einen Gratis-Cocktail in die Hand drückt, wird das Zeitfenster für den weiteren Getränke-Konsum natürlich klein.“
 
Um den Durst während der vollen Filmlänge zu stillen, kann sich der Kinobesucher in den Astor Lounges zwar nicht mit Soft Drinks in Übergrößen ausstatten, dafür jedoch die Weinkühler zwischen den Sesseln entsprechend bestücken. Wer nicht auf den Cent schauen muss, findet neben preisgünstigeren Alternativen auch Veuve Clicquot Brut für 85,00 € und einen 2008er Gaja Barbaresco für 215 € pro Flasche auf der Getränkekarte. „Wer zu uns kommt, will sich schließlich etwas gönnen“, sagt Raab.
 
www.astor-filmlounge.de

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