Holiday Inn

Frankfurter Burger in Open Lobby

Primestar Hospitality hat im letzten Dezember in Gateway Gardens, dem neu erschlossenen Konversionsgebiet am Frankfurter Flughafen, ein Holiday Inn eröffnet. Die Gastronomie folgt einem offenen und frischen Konzept, das in einer Open Lobby Essen und Trinken, Arbeiten und Entspannung vereint. Ein derzeit massiver Trend in der Hotelwelt.

Immer mehr Hotelgruppen folgen dem Beispiel diverser Boutique-Hotels und junger Hotelmarken, die öffentlichen Bereiche in Hotels offener, zwangloser und kommunikativer zu gestalten und im Bestfall zu einladenden Treffpunkten mit hoher Aufenthaltsqualität zu machen. Typischerweise mit integriertem F&B-Angebot, das auch Gäste von draußen anlocken will. So nun auch das neue Holiday Inn.

2016 wurden am Frankfurter Flughafen insgesamt 60,8 Mio. Passagiere gezählt. Nur ein kleiner Teil von ihnen musste vor oder nach seinem Flug dort übernachten. „Wer in einem Flughafenhotel schläft, tut das nicht, weil er es will, sondern weil er es muss“, bringt es Nikolas von Olberg auf den Punkt. Der 35jährige Hoteldirektor weiß nach vielen Jahren im Hotelgeschäft, wovon er spricht. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Hotels vor Ort zu, weshalb man gut daran tut, etwas Besonderes zu bieten. Von Olberg hat hier sein Augenmerk auf die Gestaltung des gastronomischen Bereichs gelegt. Herausgekommen ist das Open-Lobby-Konzept, bei dem auf 850 qm Gastrofläche der Empfangsbereich mit Hotelbar und -restaurant verschmelzen.

„Die Gäste sollen hier gleichermaßen entspannen, essen, trinken und arbeiten können“, erklärt er. Eine Starbucks-Kaffeestation, freies W-Lan im gesamten Bereich sowie Steckdosen und bald auch USB-Anschlüsse an fast jedem Tischbein unterstreichen den Anspruch. Genauso wie die die Speisekarte, die im Prinzip im ganzen Haus gilt: Restaurant, Bar und Lobby sind sowieso eine Einheit, aber auch der Roomservice liefert die gleichen Gerichte aufs Zimmer – rund um die Uhr. „Auf der Karte sind alle Speisen markiert, die zu wirklich jeder Tages- und Nachtzeit bestellbar sind. Diese kann bei uns jeder im Haus zubereiten“, erklärt von Olberg. Von den 62 Mitarbeitern sind 12 Azubis, 13 Servicekräfte und 11 (!) Köche. Ausgebildete Köche.

Wie er die gefunden hat? „Ich hatte es mir auch schwieriger vorgestellt. Aber anscheinend sind es die einfachen, vermeintlichen Selbstverständlichkeiten, die gerade in dieser Branche zählen. Wir haben nur unbefristete Arbeitsverträge und jeder Mitarbeiter hat von der ersten Stunde an 30 Tage Urlaub. Die Arbeitszeit wird elektronisch erfasst und die Überstunden ausbezahlt oder abgefeiert“, fasst von Olberg zusammen.

Küchenchefin ist Daniela Krakow, die hinter dem Speisenkonzept steht und dafür auch eigene Rezepte kreiert hat, wie etwa den Burger mit regionalen Zutaten. „Dafür saß ich stundenlang im Büro und habe über die passenden Zutaten für den neuen Burger nachgegrübelt“, erklärt die 28-Jährige. Das Ergebnis: Der Frankfurter Burger besteht aus einem Laugenbrötchen mit Krautsalat, Frankfurter Grüner Soße, Ei, Cornichons und einem Fleisch-Kartoffel-Patty.

Hoteldirektor und Küchenchefin haben die Karte gemeinsam konzipiert. „Für 15 € sollte man gegessen und getrunken haben und zufrieden ins Bett gehen können. Das war unsere Messlatte“, fasst von Olberg zusammen. Einen relativ weiten, verhandelbaren Rahmen gibt zudem der Franchisegeber Holiday Inn aus London vor. So muss es in jedem Holiday Inn die drei Signature Dishes Bacon-Burger, Ceasars Salad und Club Sandwich geben. Die Rezepturen sind allerdings flexibel. Die Zahl der Hauptgerichte und der Weine ist vorgeschrieben, aber auch verhandelbar. In diesem Rahmen konnte sich die Küchenchefin austoben, die vor allem auf frische Zubereitung und wenig Convenience setzt. Motto: Hochwertiges, aber nicht abgehobenes Essen zu bezahlbaren Preisen.

130 Gäste des 288-Zimmer-Hauses finden im Schnitt abends ihren Weg in die Open Lobby, um dort zu trinken, essen oder arbeiten. „Unter den Gästen sind auch viele aus anderen Hotels“, weiß von Olberg. 72 % Auslastung ist das hochgesteckte Ziel der Betreiber, bei einem RevPar (Erlös pro verfügbarer Zimmerkapazität) von 68 €. Derzeit teilt sich das Holiday Inn den Gateway Garden mit vier weiteren Hotels, aber in naher Zukunft werden weitere hinzukommen, darunter auch eins von Primestar Hospitality selbst.

Mittags ist es noch etwas ruhiger, „da kommen die Gäste zu 99 % aus den umliegenden Büros“, so von Olen. Für diese wird derzeit noch an dem Angebot getüftelt, das am besten ankommt. „Bisher lässt sich sagen, je bodenständiger, desto beliebter.“ Aber auch Angebote wie Salat oder Suppe all-you-can-eat für 4,90 € werden gut angenommen. Da noch weitere Büros in den Gateway Garden kommen sollen, steckt hier noch Potenzial.

Ein zusätzlicher Halt der zwei S-Bahn-Linien, die aus der Frankfurter Stadtmitte zum Flughafen fahren, wird gerade gebaut. Zum Fahrplanwechsel Ende 2019 soll dieser eröffnet werden, womit die Hotels und Büros im Gateway Gardens, aber auch die Firmen am Kreisel Unterschweinstiege sehr gut erreicht werden können.

www.ihg.com/holidayinn

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