Fresenius wird Europas größter Klinikbetreiber

Der Gesundheitskonzern Fresenius übernimmt für mehr als drei Milliarden Euro einen Großteil der Rhön-Klinikum AG und wird damit zum größten Krankenhaus-Betreiber Europas. Nach der Übernahme gehören zu Fresenius 117 Kliniken mit einem Umsatz von rund 5,5 Milliarden Euro. Mit dem Geschäft nimmt der monatelange Kampf um die Vorherrschaft am deutschen Klinikmarkt eine unerwartete Wendung.


Fresenius erwirbt 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren, die im laufenden Jahr zusammen einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 250 Millionen Euro und einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erzielen sollen. Fresenius finanziert den Deal ausschließlich mit Fremdkapital. Schulden werden keine übernommen. In Deutschland wird die Fresenius-Tochter Helios als erster Anbieter ein flächendeckendes Kliniknetz betreiben und kann somit Angebote wie eine private Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte einführen. Die Basis des nun deutlich kleineren Rhön-Konzerns bilden insgesamt zehn Kliniken an fünf Standorten, darunter die Häuser in Bad Berka und Frankfurt/Oder, der Stammsitz in Bad Neustadt sowie die Universitätskliniken in Gießen und Marburg mit einem Gesamtumsatz von rund einer Milliarde Euro und rund 15.000 Mitarbeitern. Das Bundeskartellamt muss noch grünes Licht. Rhön will sich in Zukunft vor allem auf Kliniken konzentrieren, an denen Spitzenmedizin und universitäre Forschung betrieben wird. Das Bundeskartellamt muss noch grünes Licht für das Geschäft geben.

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