Dehoga Studie

Gastgewerbe schafft vielfältige positive Impulse

Das Gastgewerbe wuchs in diesem Jahrzehnt deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die der Dehoga Bundesverband beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln in Auftrag gab und jetzt in Berlin präsentierte. Seit 2010 legte das Gastgewerbe um 11,3 Prozent zu, während die Gesamtwirtschaft um 6 Prozent wuchs. Die 221.000 Unternehmen mit 1,9 Mio. Erwerbstätigen schafften vielfältige positive Impulse, so die Studie.

Gerade in den Regionen sei das Gastgewerbe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, betonte IW-Direktor Michael Hüther, der die Ergebnisse präsentierte. Die Branche biete Arbeitsplätze für alle Qualifikationen, schaffe Chancen für Selbstständige und Start-ups und habe eine hohe Bedeutung für den Wirtschaftskreislauf. Neben der volkswirtschaftlichen Bedeutung unterstrich Hüther die gesellschaftliche Funktion des Gastgewerbes. Sie leiste einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft.

„Das ist öffentlicher Raum, in dem sich Demokratie konstituiert“, so Hüther. Dehoga-Chef Guido Zöllick ergänzte: „Die Kneipen sind die Wohnzimmer der Nation“. Kurz vor der Bundestagswahl nutzte Zöllick die Gelegenheit, Forderungen an die Politik zu stellen. Wichtig für den anhaltenden Erfolg der Branche seien flexiblere Arbeitszeiten.

Wochenarbeitszeit und einheitliche Mehrwertsteuer

Statt der täglichen Höchstarbeitszeit von acht Stunden macht sich die Dehoga für eine Wochenarbeitszeit stark. Wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit sei auch die einheitliche Mehrwertsteuer fürs Essen. Da sei das Gastgewerbe gegenüber dem Einzelhandel, der meist nur mit 7 Prozent besteuert wird, im Nachteil.

Schließlich betonte Zöllick, dass es wichtig sei, die duale Ausbildung zu stärken. Gastgewerbe gehört zu den ausbildungsstärksten Branchen, doppelt so hohe Ausbildungsleistung als in der Gesamtwirtschaft. Dennoch bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Aktuell seien es 11.760. In einem knapper werdenden Arbeitsmarkt sei das eine der großen Herausforderungen der Branche, so Zöllick.

Die Studie kann unter www.dehoga.de eingesehen werden.

Von Felix Denk
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