Kaufland

Gastro-Tochter fällt Umstrukturierung zum Opfer

Bei Kaufland geht es schon seit Monaten hoch her - Umstrukturierung ist angesagt, Stühle werden gewechselt, Dezentralisierung heißt das Motto. Die Suche nach einem tragfähigen Konzept für das Großflächenformat der Schwarz Gruppe ist in vollem Gange. Im Zuge dessen naht auch das Aus für die Kaufland Gaststätten-Betriebe GmbH.
Bereits mit Beginn des Jahres wurde die Gastro-Tochter von Kaufland in die unterm Lidl-Dach verankerten Schwarz Restaurant Betriebe integriert. Der Großteil der Mitarbeiter wurde mitgenommen.

Vorausgegangen war die Entscheidung, sämtliche bisher von der Kaufland Gaststätten-Betriebe GmbH geführten Imbissbetriebe künftig in den Vertrieb zu integrieren, Stichwort Dezentralisierung. Zuletzt waren es rd. 200 Imbiss-Stationen in den Vorkassenzonen und auf den Außenflächen der Kaufland-Häuser, die einen Großteil der Gastro-Umsätze einspielten. Damit sollen die Imbisse in naher Zukunft in die Verantwortung der jeweiligen Märkte wandern, übrigens nach dem bereits in Osteuropa erfolgreich praktizierten Modell. In der Folge werden auch die einschlägigen Umsätze nicht mehr zentral erfasst, sondern den Retail-Umsätzen der einzelnen Kaufland-Häuser zugeschlagen.

Für Michael Heinrich, den langjährigen Geschäftsführer der Kaufland Gaststätten-Betriebe GmbH, macht der Schritt - früher vollzogen als ursprünglich geplant – Sinn. Schließlich ließe sich der Personaleinsatz im Imbissgeschäft so um einiges flexibler und effizienter gestalten, konzediert der 55-jährige Manager, der seinen Posten nach 33 Jahren bei Kaufland bereits Mitte September 2016 geräumt hat und sich künftig freischaffend als Projektberater engagieren will. Denn die Personalplanung wurde bisher losgelöst von den jeweiligen Häusern zentral gesteuert, das ist nun anders.

Derzeit ist noch offen, was aus den ebenfalls bislang zur Gastro-Tochter gehörigen insgesamt 13 in Kaufland-Häuser befindlichen Restaurants wird. Fest steht: Die Zukunft der Handelsgastronomie verorten etliche Big Player des Food-Retail-Sektors eher im Spielfeld Convenience und To-go. Auch die Schwarz-Gruppe experimentiert fleißig mit.

Hingegen scheint es Pläne zu geben, das Thema Mitarbeiter-Gastronomie auszubauen – unter Heinrichs Verantwortung gab es bis dato drei Mitarbeiter-Restaurants sowie externe Engagements (Experimenta). Neue Projekte sind in der Pipeline, doch in Sachen Betreiberlösung wurden die Weichen noch nicht verbindlich gestellt.

Die Kaufland Gastronomie hatte laut Top 100-Ranking von food-service 2015 Netto-Umsätze von geschätzten 59 Mio. € erzielt – ein Plus zum Vorjahr von 9,3 %. Zum Wachstum trugen überwiegend die Imbisse bei. Die Muttergesellschaft Schwarz-Gruppe erwirtschaftete mit Kaufland und Lidl im gleichen Jahr einen Brutto-Gesamtumsatz von 34,5 Mrd. €.

www.kaufland.de




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